Pilzbefall

Fürstengarten: Ginkgo wohl nicht zu retten

Die fächerförmigen Blätter sind charakteristische für den Ginkgobaum. Der im Fürstengarten ist wegen Pilzbefalls gefährdet.

Foto: Elke Richel / BGZ

Die fächerförmigen Blätter sind charakteristische für den Ginkgobaum. Der im Fürstengarten ist wegen Pilzbefalls gefährdet.

Lauenburg. Eigentlich sind Ginkgobäume widerstandfähig gegen Krankheiten. Aber die Stunde des Baumes im Fürstengarten scheint besiegelt.

„Er liegt quasi auf der Intensivstation und es sieht nicht gut aus“, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg über den Ginkgo-Baum im Fürstengarten. Bis zu 1000 Jahre alt kann ein Ginkgo werden. Im Vergleich dazu ist der Baum im Fürstengarten noch ein junger – etwa 200 Jahre alt. Viel älter wird er wohl auch nicht werden, denn er ist von einem Pilz befallen. „Der leider nicht behandelbar ist“, bedauert Nieberg.

Ginkgo im Fürstengarten auf der Liste der „erhabenen Bäume“

Besonders tragisch: Erst im Herbst 2015 wurde dem Lauenburger Riesen eine besondere Ehre zuteil: Die BUND-Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg hat den Ginkgo im Fürstengarten in die Liste der „erhabenen Bäume“ aufgenommen. 2012 riefen die Mitglieder der BUND-Kreisgruppe dazu auf, Vorschläge für alte, wirklich erhabene Bäume, Baumgruppen oder Alleen im Kreis einzureichen, um diese Zeitzeugen zu schützen.

Baumchirurgen versuchen das Leben des Ginkgo zu verlängern

Den Baum einfach sterben lassen, möchte auch die Stadt nicht. „Die Krone wird von Baumchirurgen beschnitten und dann wird der Ginkgo mit Seilen stabiliert“, sagt der Bauamtsleiter. „Wir sind Optimisten und gehen davon aus, dass er uns mit den Maßnahmen noch ein paar Jahre erhalten bleibt.“

Zudem seien noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Gemeinsam mit Natur- und Denkmalschützern wird überlegt, ob man Bakterien in den Stamm setzten könnte, die den Pilz angreifen. „Wir müssen aber sicher gehen, dass der Baum dadurch nicht noch mehr geschädigt wird“, erklärt Nieberg.

Andere Bäume im Fürstengarten nicht betroffen

Ginkgo-Bäume weisen eigentlich eine hohe Resistenz gegenüber Krankheiten auf. Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien oder Viren seien eigentlich nur im Keimlingsstadium oder bei sehr geschwächten Pflanzen zu beobachten. Im vergangenen Jahr fiel aber auf, dass der Ginkgo einen Pilzbefall im Baumstamm aufweist. Seitdem versucht die Stadt, den Baum zu retten. Andere Bäume sind bisher nicht betroffen. Bis zu den Frühjahrsstürmen sollen die Rettungsaktionen abgeschlossen sein.

Symbol der Unbesiegbarkeit

„Dieses Baumes Blatt, der von Osten, meinem Garten anvertraut, gibt geheimen Sinn zu kosten, wie’s den Wissenden erbaut.“ So beginnt Johann Wolfgang von Goethes Gedicht über den Ginkgo-Baum. Ursprünglich kommt der Baum aus China. In Ostasien wird er wegen seiner essbaren Samen oder als Tempelbaum kultiviert. Der Baum wurde von holländischen Seefahrern nach Europa gebracht und wird hier seit etwa 1730 gepflanzt. Viele Kulturen verehren den Ginkgo als Symbol für ein langes Leben, Fruchtbarkeit, Freundschaft, Anpassungsfähigkeit und Unbesiegbarkeit.