Demografie

Strategien gegen den Einwohnerschwund

Der Demograpfiebericht und die Alterspyramide der Stadt sind wichtige Zahlenwerke für Bürgeramtsleiter Thomas Burmester.

Foto: Karin Lohmeier / BGZ

Der Demograpfiebericht und die Alterspyramide der Stadt sind wichtige Zahlenwerke für Bürgeramtsleiter Thomas Burmester.

Lauenburg. 2030 soll es 6,6 Prozent weniger Lauenburger geben. Das prognostiziert der Demografiebericht der Bertelsmann-Stiftung.

Lauenburg..  Deutschland wird bis zum Jahr 2030 um eine halbe Million Einwohner schrumpfen – trotz zu erwartender hoher Zuwanderung. Das hat die Bertelsmannstiftung 2012 in ihrem Demografiebericht prognostiziert. Doch die Menschen werden auch immer älter: In den kommenden 15 Jahren steigt die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre bundesweit um 47,2 Prozent auf über 6,3 Millionen. Rund die Hälfte aller Menschen in Deutschland wird 2030 älter als 48,1 Jahre sein. Auch Lauenburg ist betroffen: Der Bericht der Bertelsmann-Stiftung stuft die Stadt als „alternde kleinere Kommune mit Anpassungsdruck“ ein.

11 234 Einwohner hatte Lauenburg im Jahr 2011, das dem Bericht zugrunde gelegt wurde. In den sieben Jahren zuvor sei die Bevölkerung um 4,3 Prozent zurück gegangen, errechneten die Statistiker. Von 2009 bis 2030 sei ein Rückgang von 6,6 Prozent zu erwarten. Büchen (plus 0,7 Prozent) und Geesthacht (minus 1,2 Prozent) stehen dagegen besser da. Der Altenquotient (Anteil der über 65-Jährigen im Verhältnis zu Personen im Alter von 20 bis 64) betrug 2011 in Lauenburg 39,4. In Büchen waren es 35,9, in Geesthacht 36,1.

Aktuell hat Lauenburg 11 679 Einwohner

Doch wird es weiter bergab gehen? Immerhin hat Lauenburg aktuell 11 679 Einwohner – 445 mehr als noch vor fünf Jahren. „Wir wissen eben nicht, wie sich die Zuwanderung durch Flüchtlinge weiter auswirken wird“, sagt Thomas Burmester, Leiter des Bürgeramtes. 2016 sollen 350 Flüchtlinge in Lauenburg eintreffen, jeweils ebenso viele in den Folgejahren. Ob sie bleiben, weiß niemand.

Doch nicht nur die Flüchtlinge könnten Lauenburg zu Wachstum verhelfen. Der Amtsleiter hat auch bemerkt, dass Familien vermehrt nach Bauplätzen und Häusern in der Stadt suchen. Ein Grund dafür seien hohe Preise in und um Hamburg. „Aber den größten Nachfrageschub haben wir durch die Sekundarstufe II an der Albinus-Gemeinschaftsschule erlebt“, so Burmester. Für Familien habe sich die Standortqualität damit deutlich verbessert. „Wir bekommen jetzt öfter Anfragen von leitenden Angestellten der Lauenburger Firmen, die hier bauen wollen.“

Bis zu 190 Häuser im Neubaugebiet West geplant

Mit dem geplanten Neubaugebiet West will die Stadt dem Bevölkerungsrückgang entgegenwirken. Bis zu 190 Häuser könnten dort entstehen – für junge Familien und Menschen vorgerückten Alters, die seniorengerecht bauen wollen. Trotz des Neubaugebietes sei aber keine Erweiterung bei Schulen und Kitas notwendig, so Burmester.

Bei weiterhin sehr hoher Zuwanderung werde aber die Infrastruktur nicht ausreichen – dann kommen neue Kosten auf die Stadt zu. „Für Flüchtlinge müssen wir dann auch vermehrt günstigen Wohnraum schaffen“, so Burmester. Mehr Einwohner könnte Lauenburg auch durch das neue Gewerbegebiet an der Juliusburger Landstraße bekommen. Und Hoffnungen setzt der Amtsleiter auf die Umgehungsstraße für Geesthacht, eventuell sogar für Lauenburg: „Dann werden wir für Pendler attraktiver.“ Das Umfeld gehört dazu – und damit könne Lauenburg punkten, meint der Amtsleiter: „Wir haben ein sehr gutes sportliches und kulturelles Angebot.“ Nur die Einkaufsmöglichkeiten müssten dringend verbessert werden, ein wichtiger Schritt sei die geplante Marktgalerie.