Förderprogramm
Blick über den Tellerrand riskieren
Donnerstag, 14. Juni 2012 16:52
- Von Maja Bienwald
Lauenburg. Mindestens einmal im Jahr sollen die Lauenburger Jugendlichen künftig in den Genuss internationaler Begegnungen kommen. Zur Vorbereitung reist zunächst eine Delegation in die türkische Stadt Tokat. Unterstützt wird das Projekt vom Bund und der Europäischen Union.

Foto: Bienwald
Stadtjugendpflegerin Friederike Betge hat Lauenburg als eine von 20 Beispielkommunen etablieren können.
Für Lauenburgs Jugend sollen künftig mindestens einmal im Jahr internationale
Jugendbegegnungen realisiert werden – der erste Fachkräfteaustausch ist für
den Frühsommer 2013 geplant. Ideen und Anregungen erarbeitet eine Fachgruppe
derzeit per Internetkontakt zu Ayhan Sancak, dem ehemaligen Türkischlehrer,
der nach seiner Dienstzeit in Lauenburg nun wieder in der Türkei an einem
Gymnasium unterrichtet. Tokat, eine Stadt in der Größe Geesthachts im
bergigen Norden der Türkei, wird erstes Ziel der Gruppe von Multiplikatoren,
die sich im „Fachkräfteaustausch“ mit dem jeweiligen türkischen Pendant
begegnen werden.
Seit rund einem Dreivierteljahr wird der Weg bereitet, um künftig einfacher
und mit Insidertipps ausgestattet das richtige Angebot für Schüler- und
Jugendaustauschfahrten zu finden. Mit Geld aus dem Bund und der Europäischen
Union werden Beispielkommunen „gecoacht“, fortgebildet und fit gemacht, um
möglichst vielen Reisewilligen einen Auslandsaufenthalt auch bei kleinem
Portemonnaie zu ermöglichen. Als eine von 20 deutschen Beispielkommunen ist
die Elbestadt nun dank der Kontakte von Jugendpflegerin Friederike Betge als
„Kommune goes international“ anerkannt worden.
So wird sich Gaby Hild, stellvertretende Leiterin der
Albinus-Gemeinschaftsschule, in Tokat den Alltag an einer Schule ebenso
ansehen, wie Straßensozialarbeiter Sven Stroetzel die Jugendarbeit in der
Türkei kennenlernen darf. Weitere Vertreter aus Schule, Schulsozialarbeit,
Stadtverwaltung, Jugendzentrum und der Lauenburger Sport-Vereinigung werden
dabei sein. Ziel: Konkrete Pläne schmieden, um die erste
Austauschmöglichkeit für Lauenburgs Jugend vorzubereiten.
Zur Arbeitsgruppe gehören Vertreter aus Straßensozialarbeit, dem
Jugendzentrum, dem Lokalen Aktionsplan „Lauenburg in Aktion“, der Schulen,
der türkischen Gemeinde und dem türkischen Elternverein, aus Vereinen und
Verbänden, aus Institutionen und Wohlfahrtsorganisationen. In bundesweiten
Treffen haben die Multiplikatoren erste Erfahrungen gesammelt und neues
Wissen im Gepäck: Welche Fördertöpfe aus Land, Bund und EU warten nur
darauf, genutzt zu werden? Wo können neue Kontakte geknüpft werden, um
Neuland im europäischen Osten und Südosten wie die Tschechische Republik
oder die Türkei zu entdecken?
„Wir begreifen das Programm auch als Chance, dass sich künftig durch erhöhte
Mobilität die Ausbildungsplatzsuche nicht zwingend auf unsere Region
begrenzen muss“, sagt Gaby Hild.
Bereits zum „Mobilitätslotsen“ aus- und fortgebildet ist Olaf Konow von der
Lauenburger Sport-Vereinigung (LSV). Er wird ein Servicebüro mit festen
Sprechzeiten einrichten. Jugendliche, Eltern und andere Interessenten haben
dann die Möglichkeit, sich über internationale Begegnungsmöglichkeiten
beraten zu lassen.
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