14.06.12

Förderprogramm

Blick über den Tellerrand riskieren

Lauenburg. Mindestens einmal im Jahr sollen die Lauenburger Jugendlichen künftig in den Genuss internationaler Begegnungen kommen. Zur Vorbereitung reist zunächst eine Delegation in die türkische Stadt Tokat. Unterstützt wird das Projekt vom Bund und der Europäischen Union. Von Maja Bienwald

Stadtjugendpflegerin Friederike Betge hat Lauenburg als eine von 20 Beispielkommunen etablieren können.
Foto: Bienwald Stadtjugendpflegerin Friederike Betge hat Lauenburg als eine von 20 Beispielkommunen etablieren können.

Für Lauenburgs Jugend sollen künftig mindestens einmal im Jahr internationale Jugendbegegnungen realisiert werden – der erste Fachkräfteaustausch ist für den Frühsommer 2013 geplant. Ideen und Anregungen erarbeitet eine Fachgruppe derzeit per Internetkontakt zu Ayhan Sancak, dem ehemaligen Türkischlehrer, der nach seiner Dienstzeit in Lauenburg nun wieder in der Türkei an einem Gymnasium unterrichtet. Tokat, eine Stadt in der Größe Geesthachts im bergigen Norden der Türkei, wird erstes Ziel der Gruppe von Multiplikatoren, die sich im "Fachkräfteaustausch" mit dem jeweiligen türkischen Pendant begegnen werden.

Seit rund einem Dreivierteljahr wird der Weg bereitet, um künftig einfacher und mit Insidertipps ausgestattet das richtige Angebot für Schüler- und Jugendaustauschfahrten zu finden. Mit Geld aus dem Bund und der Europäischen Union werden Beispielkommunen "gecoacht", fortgebildet und fit gemacht, um möglichst vielen Reisewilligen einen Auslandsaufenthalt auch bei kleinem Portemonnaie zu ermöglichen. Als eine von 20 deutschen Beispielkommunen ist die Elbestadt nun dank der Kontakte von Jugendpflegerin Friederike Betge als "Kommune goes international" anerkannt worden.

So wird sich Gaby Hild, stellvertretende Leiterin der Albinus-Gemeinschaftsschule, in Tokat den Alltag an einer Schule ebenso ansehen, wie Straßensozialarbeiter Sven Stroetzel die Jugendarbeit in der Türkei kennenlernen darf. Weitere Vertreter aus Schule, Schulsozialarbeit, Stadtverwaltung, Jugendzentrum und der Lauenburger Sport-Vereinigung werden dabei sein. Ziel: Konkrete Pläne schmieden, um die erste Austauschmöglichkeit für Lauenburgs Jugend vorzubereiten.

Zur Arbeitsgruppe gehören Vertreter aus Straßensozialarbeit, dem Jugendzentrum, dem Lokalen Aktionsplan "Lauenburg in Aktion", der Schulen, der türkischen Gemeinde und dem türkischen Elternverein, aus Vereinen und Verbänden, aus Institutionen und Wohlfahrtsorganisationen. In bundesweiten Treffen haben die Multiplikatoren erste Erfahrungen gesammelt und neues Wissen im Gepäck: Welche Fördertöpfe aus Land, Bund und EU warten nur darauf, genutzt zu werden? Wo können neue Kontakte geknüpft werden, um Neuland im europäischen Osten und Südosten wie die Tschechische Republik oder die Türkei zu entdecken?

"Wir begreifen das Programm auch als Chance, dass sich künftig durch erhöhte Mobilität die Ausbildungsplatzsuche nicht zwingend auf unsere Region begrenzen muss", sagt Gaby Hild.

Bereits zum "Mobilitätslotsen" aus- und fortgebildet ist Olaf Konow von der Lauenburger Sport-Vereinigung (LSV). Er wird ein Servicebüro mit festen Sprechzeiten einrichten. Jugendliche, Eltern und andere Interessenten haben dann die Möglichkeit, sich über internationale Begegnungsmöglichkeiten beraten zu lassen.

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