Personalmangel
Technisches Hilfswerk braucht Hilfe
Mittwoch, 13. Juni 2012 17:06
- Von Ute Dürkop
Lauenburg. Hilfsorganisationen macht das Ende der Wehrpflicht zunehmend zu schaffen, weil es an Ersatzdienstleistenden fehlt, die der Bundeswehr entgehen wollten. Das Technische Hilfswerk Lauenburg sucht daher dringend Freiwillige, die die Lücke schließen.

Foto: Dürkop
Eine tolle Leistung bescherte dem THW-Ortsverband Lauenburg einen Pokal im Wettbewerb der Bergungsgruppen in Lübeck. Marco Kittendorf, André Schult, Peter Schnalke und Michel Kruse (von links) sind mit Recht stolz auf ihren Erfolg.
Das Technische Hilfswerk (THW) steht im Dienst des Bevölkerungsschutzes und
deckt, neben Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen, mit seinen 668
Ortsverbänden einen Teil des Hilfeleitungssystems in Deutschland ab,
schreibt ihr Präsident Albrecht Broemme in einer Broschüre des THW. Doch die
Helfer plagen Sorgen: Mit Ende der Wehrpflicht fehlen den Ortsverbänden
zunehmend junge Männer, die Ersatzdienst beim THW geleistet haben, statt zur
Bundeswehr zu gehen. „Das betrifft auch den Ortsverband Lauenburg, der
zurzeit eine Sollstärke von 22 Helfern hat, mit denen zwei Bergungsgruppen
und die Fachgruppe Elektroversorgung abgedeckt werden müssen“, erläutert der
Ortsbeauftragte Werner Hoffmann. Beim 50. Jubiläum im Juni 2003 konnte das
THW
Lauenburg noch mit einer über 40 Mann starken Einsatztruppe und Reservekräften
punkten.
Die Lauenburger waren bei Hochwassereinsätzen in Hamburg, bei der
Schneekatastrophe 1979, der Love-Parade in Berlin oder beim Elbhochwasser in
Lauenburg im Verbund mit anderen Ortsverbänden, die sich auf den Einsatz von
Pumpen spezialisiert haben, eingesetzt. Auch Auslandseinsätze, wie Ende 1999
in Frankreich, als ein Dorf bei dem Wiederaufbau der Stromversorgung Hilfe
gebrauchte, gehören zu den Aufgaben der Lauenburger THW-Gruppe.
„Ich bin über den Wehrersatzdienst zum THW gekommen“, erzählt Marco
Kittendorf. Eigentlich sei er ein reiner Schreibtischtäter, aber nach den
damals noch vorgeschriebenen acht Jahren beim THW habe er nicht mehr
aufhören mögen. „Hier habe ich die Möglichkeit, meine technischen Interessen
in guter Kameradschaft auszuleben und kann da helfen, wo ich gebraucht werde
“, begründet er seine Entscheidung. Auch Zugführer André Schult ist über den
Ersatzdienst zum THW gekommen. Er erzählt begeistert von dem Wettkampf der
Bergungsgruppen, den die Lauenburger mit einem bemerkenswerten ersten Platz
gewannen. „Wir mussten einen Tonnensteg über ein kleines Gewässer bauen, um
Personen am anderen Ufer zu bergen. Das war eine echte Herausforderung, die
unserer ganzes Geschick und den professionellen Umgang mit allen
Gerätschaften, die wir in unseren Fahrzeugen mitführen, gefordert hat“, so
Schult. Er liebt die Herausforderungen, die sein Dienst beim THW immer
wieder an ihn stellt, und erzählt stolz, dass es einen Sonderpunkt für die
Lauenburger gab, weil sie die persönliche Sicherheit ihrer Gruppenmitglieder
in den Vordergrund gestellt haben.
Der Ortsverband des THW trifft sich am jedem 2. Sonnabend im Monat von 8.30
bis 20.30 Uhr an im Katastrophenschutzzentrum. Jeder, der mal reinschnuppern
möchte, ist willkommen.

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