Industriedenkmal
Auf gründliche Renovierung folgt ein Standort-Streit
Dienstag, 5. Juni 2012 15:24
Lauenburg. Das historische Schaufelrad des Heckradmotorschleppers "Slapy" hat in der Hitzler-Werft eine gründliche Renovierung und einen neuen Anstrich erhalten. Doch über den künftigen Standort des Rades ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Entscheidung soll am Mittwoch im Tourismusausschuss fallen.

Foto: Dürkop
Das Schaufelrad des Heckmotorschleppers "Slapy", der lange Jahre auf der Elbe gefahren ist und 1989 im Hamburger Hafen verschrottet wurde, ist bei Hitzler gereinigt und gestrichen worden. Jetzt soll über einen neuen Standort entschieden werden.
Pläne, mit einem Schaufelrad des Heckradmotorschleppers „Slapy“ auf einen
„Lauenburger Technikpfad“ einzustimmen, konnten bisher nicht realisiert
werden. Das Schaufelrad mit einem Durchmesser von drei Metern gammelte in
der Bahnhofstraße vor der Hitzler-Werft vor sich hin und wer es näher
betrachten wollte, machte die unangenehme Bekanntschaft mit den
Hinterlassenschaften von Hunden.
Dabei ist das Schaufelrad durchaus einen zweiten Blick wert. Die „Slapy“
gehörte zur Tschechoslowakischen Elbe-Oder-Schifffahrt und wurde auf der
Elbe zwischen Hamburg und Decin eingesetzt. Heckradmotorschlepper sind die
Nachfolger der Dampfradschlepper. Sie wurden noch nach dem Zweiten Weltkrieg
für die Elbschifffahrt gebaut. „Die Elbe führt häufig Niedrigwasser. Diese
Schiffe konnten mit wenig Tiefgang auch in Trockenperioden rentabel
eingesetzt werden“, erzählt Museumsleiter Joachim Kedziora.
Umbauarbeiten bei der Hitzler-Werft, die auch den Standort des Schaufelrads
mit einbeziehen, verhalfen dem kaum beachteten Veteranen nun zu einer
gründlichen Renovierung und einem neuen Anstrich.
Das Schaufelrad der 1989 verschrotteten „Slapy“ erstrahlt jetzt in leuchtendem
Orange. „Das ist der Originalanstrich, der damals als Wasser abweisender
Schutz verwendet wurde“, sagt der Betriebsleiter der Hitzler-Werft, Werner
Büker.
Jetzt soll entschieden werden, wo das Rad künftig einen exponierten Platz in
der Stadt finden soll. Büker, auch Vorsitzender des Ausschusses für
öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus, könnte sich vorstellen,
das Rad vor dem Bahnhof aufzustellen. „Dort macht es auf Lauenburg als
Schifferstadt aufmerksam. Wer das Rad näher erkunden möchte, könnte sich an
einer Schautafel über Einzelheiten und weitere technische Besonderheiten,
mit denen Lauenburg punktet, informieren“, so Büker. Wolf von Kleist, der
Vorsitzende von Pro Lauenburg, verweist darauf, dass der Bürgerverein den
Transport und die Renovierung des Schaufelrades bezahlt. „Ich denke, wir
können dann auch bestimmen, wo es stehen soll. Für mich ist der Lösch- und
Ladeplatz der beste Standort“, so von Kleist. Bürgermeister Andreas Thiede
bevorzugt dagegen einen Standort auf dem Europa-Kreisel. Dort könnte das
Schaufelrad auch mit Hinweisen auf die technischen Besonderheiten der
Altstadt versehen werden.
In der Sitzung des Tourismussausschusses, die heute um 19 Uhr in der
Gemeinschaftsschule beginnt, soll die Standortfrage geklärt werden.du

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