05.06.12

Industriedenkmal

Auf gründliche Renovierung folgt ein Standort-Streit

Lauenburg. Das historische Schaufelrad des Heckradmotorschleppers "Slapy" hat in der Hitzler-Werft eine gründliche Renovierung und einen neuen Anstrich erhalten. Doch über den künftigen Standort des Rades ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Entscheidung soll am Mittwoch im Tourismusausschuss fallen.

Das Schaufelrad des Heckmotorschleppers "Slapy", der lange Jahre auf der Elbe gefahren ist und 1989 im Hamburger Hafen verschrottet wurde, ist bei Hitzler gereinigt und gestrichen worden. Jetzt soll über einen neuen Standort entschieden werden.
Foto: Dürkop Das Schaufelrad des Heckmotorschleppers "Slapy", der lange Jahre auf der Elbe gefahren ist und 1989 im Hamburger Hafen verschrottet wurde, ist bei Hitzler gereinigt und gestrichen worden. Jetzt soll über einen neuen Standort entschieden werden.

Pläne, mit einem Schaufelrad des Heckradmotorschleppers "Slapy" auf einen "Lauenburger Technikpfad" einzustimmen, konnten bisher nicht realisiert werden. Das Schaufelrad mit einem Durchmesser von drei Metern gammelte in der Bahnhofstraße vor der Hitzler-Werft vor sich hin und wer es näher betrachten wollte, machte die unangenehme Bekanntschaft mit den Hinterlassenschaften von Hunden.

Dabei ist das Schaufelrad durchaus einen zweiten Blick wert. Die "Slapy" gehörte zur Tschechoslowakischen Elbe-Oder-Schifffahrt und wurde auf der Elbe zwischen Hamburg und Decin eingesetzt. Heckradmotorschlepper sind die Nachfolger der Dampfradschlepper. Sie wurden noch nach dem Zweiten Weltkrieg für die Elbschifffahrt gebaut. "Die Elbe führt häufig Niedrigwasser. Diese Schiffe konnten mit wenig Tiefgang auch in Trockenperioden rentabel eingesetzt werden", erzählt Museumsleiter Joachim Kedziora.

Umbauarbeiten bei der Hitzler-Werft, die auch den Standort des Schaufelrads mit einbeziehen, verhalfen dem kaum beachteten Veteranen nun zu einer gründlichen Renovierung und einem neuen Anstrich.

Das Schaufelrad der 1989 verschrotteten "Slapy" erstrahlt jetzt in leuchtendem Orange. "Das ist der Originalanstrich, der damals als Wasser abweisender Schutz verwendet wurde", sagt der Betriebsleiter der Hitzler-Werft, Werner Büker.

Jetzt soll entschieden werden, wo das Rad künftig einen exponierten Platz in der Stadt finden soll. Büker, auch Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus, könnte sich vorstellen, das Rad vor dem Bahnhof aufzustellen. "Dort macht es auf Lauenburg als Schifferstadt aufmerksam. Wer das Rad näher erkunden möchte, könnte sich an einer Schautafel über Einzelheiten und weitere technische Besonderheiten, mit denen Lauenburg punktet, informieren", so Büker. Wolf von Kleist, der Vorsitzende von Pro Lauenburg, verweist darauf, dass der Bürgerverein den Transport und die Renovierung des Schaufelrades bezahlt. "Ich denke, wir können dann auch bestimmen, wo es stehen soll. Für mich ist der Lösch- und Ladeplatz der beste Standort", so von Kleist. Bürgermeister Andreas Thiede bevorzugt dagegen einen Standort auf dem Europa-Kreisel. Dort könnte das Schaufelrad auch mit Hinweisen auf die technischen Besonderheiten der Altstadt versehen werden.

In der Sitzung des Tourismussausschusses, die heute um 19 Uhr in der Gemeinschaftsschule beginnt, soll die Standortfrage geklärt werden.

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