Verzögerungen
Bahnhof Büchen: Von Statik-Problemen überrascht
Freitag, 1. Juni 2012 18:36
- Von Elke Richel
Büchen. Im kommenden Monat sollte der modernisierte Büchener Bahnhof eingeweiht werden. Daraus wird nichts, und auch die ursprüngliche Kostenkalkulation ist nur noch Makulatur. Es gibt Probleme mit der Statik.

Foto: Richel
Ursprünglich sollten die Arbeiten am Büchener Bahnhof schon im nächsten Monat abgeschlossen sein. Nachträgliche Einwände der Statiker führten zur Bauverzögerung.
„Eigentlich hätte ich heute gern zur Einweihung unseres Bahnhofs eingeladen“,
gab Büchens Bürgermeister Uwe Möller gestern unumwunden zu. Stattdessen
stiefelte er mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn und der Landesweiten
Verkehrsservicegesellschaft mbH (LVS) über die unwegsame Baustelle. Rund 5,7
Millionen Euro waren ursprünglich für die Modernisierungsmaßnahme
vorgesehen, die Büchens Bahnhof zu einem der modernsten in Schleswig
Holstein machen wird, und eigentlich sollte das Vorzeigeobjekt schon im
nächsten Monat fertig sein.
Doch von diesem Zeitplan hat sich die Bahn längst verabschiedet, und auch die
ursprüngliche Kostenkalkulation ist nur noch Makulatur. Bahn-Projektleiter
Wolfgang Horstmann erklärte das so: „Bei den Arbeiten zur Tunnelgründung
stellten die Statiker fest, dass das benachbarte Stellwerk absacken könnte.
Deshalb wurden neue Berechnungen fällig.“ Die neuen Planungen sehen nun
aufwendige Rückverankerungen der Tunnelwand vor. Dazu müssen zunächst
riesige Betonteile gegossen werden, in denen dann sogenannte Anker befestigt
werden, damit der Boden unter dem Fundament nicht wegrutscht.
Schuldig blieb der Projektleiter eine schlüssige Antwort, warum die Bahn
derartige Berechnungen nicht schon in der Planungsphase angestellt hat. Auch
darüber, welche zusätzlichen finanziellen Mittel das Projekt nun
verschlingen werde, hielt er sich bedeckt. Jochen Schulz von der LVS hielt
mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg, schließlich steuert das Land einen
Großteil der Gesamtkosten des Bauprojektes bei: „Ich hätte mir auch
gewünscht, dass die Bahn die statischen Berechnungen umfassend abgeschlossen
hat, bevor die Bauphase beginnt“, bemängelte er.
Auch Bürgermeister Uwe Möller zeigte nur begrenztes Verständnis für die
dadurch entstandene Bauverzögerung. Vor allem aber gab er sich skeptisch,
als die Bahnvertreter als neuen Termin der Fertigstellung Ende März 2012
benannten. Seine Prognose: Sommer nächsten Jahres. Dann allerdings könne
sich der Bahnhof sehen lassen: Barrierefrei und mit Aufzügen ausgestattet,
können auch gehbehinderte Reisende ihn nutzen. Ein Servicegebäude, neue
Leitsysteme, Zuwegungen und ein modernes Park+Ride-System runden die
Modernisierung ab.

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