01.06.12

Verzögerungen

Bahnhof Büchen: Von Statik-Problemen überrascht

Büchen. Im kommenden Monat sollte der modernisierte Büchener Bahnhof eingeweiht werden. Daraus wird nichts, und auch die ursprüngliche Kostenkalkulation ist nur noch Makulatur. Es gibt Probleme mit der Statik. Von Elke Richel

Ursprünglich sollten die Arbeiten am Büchener Bahnhof schon im nächsten Monat abgeschlossen sein. Nachträgliche Einwände der Statiker führten zur Bauverzögerung.
Foto: Richel Ursprünglich sollten die Arbeiten am Büchener Bahnhof schon im nächsten Monat abgeschlossen sein. Nachträgliche Einwände der Statiker führten zur Bauverzögerung.

"Eigentlich hätte ich heute gern zur Einweihung unseres Bahnhofs eingeladen", gab Büchens Bürgermeister Uwe Möller gestern unumwunden zu. Stattdessen stiefelte er mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn und der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft mbH (LVS) über die unwegsame Baustelle. Rund 5,7 Millionen Euro waren ursprünglich für die Modernisierungsmaßnahme vorgesehen, die Büchens Bahnhof zu einem der modernsten in Schleswig Holstein machen wird, und eigentlich sollte das Vorzeigeobjekt schon im nächsten Monat fertig sein.

Doch von diesem Zeitplan hat sich die Bahn längst verabschiedet, und auch die ursprüngliche Kostenkalkulation ist nur noch Makulatur. Bahn-Projektleiter Wolfgang Horstmann erklärte das so: "Bei den Arbeiten zur Tunnelgründung stellten die Statiker fest, dass das benachbarte Stellwerk absacken könnte. Deshalb wurden neue Berechnungen fällig." Die neuen Planungen sehen nun aufwendige Rückverankerungen der Tunnelwand vor. Dazu müssen zunächst riesige Betonteile gegossen werden, in denen dann sogenannte Anker befestigt werden, damit der Boden unter dem Fundament nicht wegrutscht.

Schuldig blieb der Projektleiter eine schlüssige Antwort, warum die Bahn derartige Berechnungen nicht schon in der Planungsphase angestellt hat. Auch darüber, welche zusätzlichen finanziellen Mittel das Projekt nun verschlingen werde, hielt er sich bedeckt. Jochen Schulz von der LVS hielt mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg, schließlich steuert das Land einen Großteil der Gesamtkosten des Bauprojektes bei: "Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Bahn die statischen Berechnungen umfassend abgeschlossen hat, bevor die Bauphase beginnt", bemängelte er.

Auch Bürgermeister Uwe Möller zeigte nur begrenztes Verständnis für die dadurch entstandene Bauverzögerung. Vor allem aber gab er sich skeptisch, als die Bahnvertreter als neuen Termin der Fertigstellung Ende März 2012 benannten. Seine Prognose: Sommer nächsten Jahres. Dann allerdings könne sich der Bahnhof sehen lassen: Barrierefrei und mit Aufzügen ausgestattet, können auch gehbehinderte Reisende ihn nutzen. Ein Servicegebäude, neue Leitsysteme, Zuwegungen und ein modernes Park+Ride-System runden die Modernisierung ab.

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