Behindertenbeauftragter
Interessenvertretung setzt Forderung durch
Lauenburg. Der Plan der Stadtverwaltung, eine Stelle für einen "Multifunktions"- Behindertenbeauftragten zu schaffen, ist vom Tisch. Die Interessengemeinschaft für behinderte Menschen hat sich mit ihrer Forderung nach einem eigenen Beauftragten durchgesetzt. Von Elke Richel
"Das ist genau das, was wir fordern", freut sich Karl-Wilhelm Hinsch über den Wortlaut der jetzt veröffentlichten Ausschreibung für einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten. Seit langem kämpft der selbst körperbehinderte 49-Jährige um eine solche Anlaufstelle in Lauenburg, scheitete aber an den Politikern, die sich gegen dieses Thema mehrheitlich lange sperrten. "Erst der Zusammenschluss von Betroffenen hat Bewegung in die Sache gebraucht", ist Hinsch überzeugt. Wie berichtet, macht seit Anfang des Jahres die von Hinsch gegründete "Interessengemeinschaft für behinderte Menschen in Lauenburg" (IGBML) mächtig Druck. Zuletzt geriet der Stadtvertreterbeschluss in die Kritik der inzwischen rund 40 Akteure, der in dem Behindertenbeauftragten auch einen Ansprechpartner für andere Zielgruppen beschrieb.
Die "Multifunktion" ist jetzt vom Tisch. Das Aufgabenspektrum sieht nun ausschließlich die Interessenvertretung für behinderte Menschen vor. Dabei geht es nicht nur um Begleitung Betroffener, sondern auch um Beratung von Verwaltung und Politik in allen Entscheidungsprozessen sowie um die Vermittlung von Kontakten zu Behörden, Verbänden, Institutionen und Selbsthilfegruppen.
Hinsch selbst könnte die nun erfolgte Ausschreibung auch gut und gern als persönliche Genugtuung verbuchen. "Profilierungssucht" hatte man ihm nämlich gelegentlich sogar aus den Reihen der Stadtvertreter vorgeworfen. "Dabei wollte ich mich nie in den Vordergrund drängen, sondern aus persönlicher Betroffenheit etwas für Lauenburger Behinderte tun", versichert er. Und so sei es für ihn auch folgerichtig, dass er sich nicht als Einzelperson um die Stelle bewerben wird. Da die Ausschreibung auch die Möglichkeit einräumt, dass sich eine Institution dieser Aufgabe annimmt, arbeitet die "Interessengemeinschaft für behinderte Menschen in Lauenburg" inzwischen an den Bewerbungsunterlagen.
Am Montag, 5. März, trifft sich die IGBML ab 20 Uhr im Haus der Begegnung, Fürstengarten 29, zur öffentlichen Sitzung. Als Gesprächspartner sind Bürgermeister Andreas Thiede, Bürgervorsteher Andreas Lojek und Mitglieder der Fraktionen eingeladen.









