Elbschifffahrtsmuseum
Eine perfekte Illusion für alle Sinne
Mittwoch, 1. Februar 2012 15:41
- Von Elke Richel
Lauenburg. Das Konzept steht: Im neuen Elbschifffahrtsmuseum sollen die Besucher die Faszination des Lebens am und auf dem Strom mit allen Sinnen selbst erleben können. Die interaktive Auseinandersetzung wird vor Allem durch die neu gewonnene Ausstellungsfläche möglich. Allerdings ist die Finanzierung noch unsicher.

Foto: Timo Jann
Frisch saniert präsentiert sich das Lauenburger Elbschifffahrtsmueum.
Museumsbesuche in ihrer Schulzeit verbinden viele Erwachsene mit Erinnerungen an langweilige Klassenausflüge. Schilder mit der Aufforderung „Nicht berühren!“ bremsten die jugendliche Entdeckerlust schon im Ansatz aus und die stummen Zeugnisse der Geschichte blieben in den klobigen Vitrinen fremd und unnahbar.
Mit diesen staubtrocknen Ausstellungen haben moderne Museumskonzepte nichts gemeinsam. Im neuen Elbschifffahrtsmuseum werden sich die Besucher künftig mit allen Sinnen in das Leben der Menschen am und auf dem Strom einfühlen können – so sieht es jedenfalls die Planung von Uwe Franzen vor. Unter dem Titel „Mensch-Modell-Maschine“ entwickelte der Museumsarchitekt im Auftrag der Stadt ein Ausstellungskonzept, das historische Exponate mit Mitteln hochmoderner Technik erschließt. So werden die Besucher beispielsweise in begehbaren Erlebniswelten hautnah erfahren, wie die Schifferfamilien damals den Alltag an Bord meisterten oder unter welch schweren körperlichen Bedingungen die Kanalbauer früher ihre Arbeit verrichteten. „Sprechende“ 3D-Figuren geben dazu Erläuterungen, und wer es noch authentischer mag, für den könnten vielleicht sogar künstlich erzeugte Gerüche – beispielsweise nach Motorenöl – eine perfekte Illusion schaffen.
Die durch die Sanierung neu gewonnenen Ausstellungsflächen erlauben außerdem eine großzügige thematische Gliederung der Ausstellung. So wird es unter anderen Inszenierungen der Themenwelten „Kanalbau“, „Wind- und Muskelkraft“, „Kettenschifffahrt“ und „Flößerei“ geben – jeweils mit Möglichkeiten der interaktiven Beschäftigung. Aber auch die einmalige Sammlung von Schiffsantriebsmaschinen ab 1850 bis heute wird in dem neuen Museum einen angemessenen Raum finden. Wer also aufgrund schlechter Erfahrungen aus der Schulzeit zum „Museums-Muffel“ geworden ist, hat bald gute Chancen, sich eines Besseren belehren zu lassen.
Eine Hürde gilt es jedoch zu überwinden: Wie berichtet, hat der Beirat der Aktivregionen des Landes für die Umsetzung des Konzeptes Fördermittel in Höhe von 590.000 Euro freigegeben, die fließen aber nur, wenn die Stadt den Eigenanteil von 500.000 Euro aufbringen kann.
Am Mittwoch, 8. Februar, 19 Uhr, berät in der Mensa der Albinus-Gemeinschaftsschule der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Tourismus in öffentlicher Sitzung über das Museumskonzept.
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