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Von Schnakenbek nach Berlin

Lauenburg. Nabu-Experte Kim Detloff beschäftigt sich im Moment täglich mit der Havarie der Costa Concordia. Der Meeresbiologe aus Schnakenbek weiß um die verheerenden Folgen, die in Folge des schweren Unglücks drohen können: Selbst, wenn die Tanks halten, können Hydrauliköle und andere Substanzen das Wasser verseuchen.
Kim
Foto: privat
Meeresbiologe Kim Detloff kommt ursprünglich aus Schnakenbek bei Lauenburg.
Täglich beschäftigt er sich mit der havarierten Costa Concordia und warnt aktuell bundesweit in den Medien vor einer möglichen Ölpest vor der Küste Italiens. Der NABU-Meeresbiologe Kim Cornelius Detloff (40) hat lange auf der Insel Giglio gelebt. Seine Kindheit verbrachte er aber in unserer Region. Er wuchs in Schnakenbek auf und spielte in Lauenburg Fußball. LL-Mitarbeiterin Anne Passow hat mit Kim Detloff über die Umweltprobleme vor Giglio, seine Laufbahn und seine Kindheitserinnerungen gesprochen.
Herr Detloff, welche Umweltprobleme drohen der italienischen Küste, sollte Öl aus den Tanks der Costa Concordia austreten?
Die Probleme sind schon da. Immerhin ist hier eine schwimmende Kleinstadt gekentert. Da ist einiges ins Wasser gelangt: Hydrauliköl, Fette aus der Küche, Farben und Lacke, dazu noch der ganze Plastikmüll vom Schiff, der ins Meer gerutscht ist, das alles belastet die Wasserqualität erheblich.
Wenn die Tanks bersten, könnte das Problem noch größer werden.
Genau. Wenn die 2400 Tonnen Schwer- und Dieselöl ins Meer laufen, wäre das eine Katastrophe. Zum einen würde sich ein Ölfilm bilden, der das Gefieder von Seevögeln verklebt. Das Gefieder verliert dann unter anderem seine isolierende Wirkung und die Tiere sterben. Zum anderen würde sich das Schweröl wie ein Leichentuch auf den Meeresboden legen und alles Leben darunter, also Muscheln, Seesterne oder Korallen, ersticken. Ich hoffe, dass nun mit dem Abpumpen begonnen wird und dass das Schiff dabei nicht instabil wird und weiter abrutscht.
Sie sind in Schnakenbek aufgewachsen. Seit 2009 sind Sie beim NABU in Berlin. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Meeresbiologe zu werden?
Als Kind bin ich immer mit meinem Onkel tauchen, schwimmen und segeln gewesen, da hat meine Liebe zum Wasser angefangen. Nach meinem Abitur am Otto Hahn Gymnasium 1991 habe ich an der Universität Hamburg Marinezoologie studiert. Meine Doktorarbeit habe ich auf der Insel Giglio geschrieben. Drei Jahre lang habe ich dort gelebt und bis 2006 auch als Meeresbiologe am Institut für Marinebiologie in Campese gearbeitet. Deshalb geht mir das Schiffsunglück sehr nahe.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Schnakenbek und Lauenburg?
Sehr viele. Ich bin in Lütau zur Grundschule gegangen und habe schon früh bei der Lauenburger Sport Vereinigung Fußball gespielt. Als ich später bei den 1. Herren war, waren wir ziemlich erfolgreich. Es war eine tolle Zeit und ich habe noch immer viele Freunde von damals. Mein Vater und meine Schwester wohnen noch in Schnakenbek und ich versuche sie einmal im Monat zu besuchen. Wenn ich dann da bin, schnappe ich mir gerne meine beiden Cousins und gehe mit ihnen und den Hunden an der Elbe spazieren.
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