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Haspa und Kreissparkasse hoffen auf Kartellamt

Ratzeburg. Im Februar soll die Entscheidung über eine Beteiligung der Hamburger Sparkasse an der KSK erfolgen. Noch fehlt die Zustimmung des Bundeskartellamts. Dieses hatte im November 2011 Zweifel an einen Einstieg der Haspa geäußert.
Rainer Burghardt und Udo Schlünsen, Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg.
Foto: Timo Jann
Rainer Burghardt und Udo Schlünsen, Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg.
Umfangreiche und detaillierte Geschäftsdaten, die die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg (KSK) und die Hamburger Sparkasse Finanzholding (Haspa) zusammengestellt haben, sollen helfen, das Bundeskartellamt zur Zustimmung für einen Einstieg der Haspa bei der KSK zu bewegen. Das berichtete gestern Rainer Burghardt, der Vorstandschef der Kreissparkasse, bei der Bilanzpressekonferenz in Ratzeburg.
„Das Kartellamt ist die letzte Hürde, die wir noch nehmen müssen“, so Burghardt. In fünf Wochen wird die Entscheidung erwartet. Burghardt: „Wir können noch keine Prognose abgeben.“ Im November 2011 hatte das Kartellamt Zweifel am Einstieg der Haspa mitgeteilt, man fürchtete eine zu starke Position am Markt. Hintergrund des zwischen KSK und Haspa verabredeten Einstiegs ist, dass die Kreissparkasse durch eine 25,1-prozentige Beteiligung der Haspa künftig die Kreditvergabe für Großkunden gewährleisten könnte. Das Land hatte für den Einstieg der Haspa bei der Kreissparkasse im Lauenburgischen eigens das Sparkassengesetz geändert, der Kreistag seine Zustimmung erteilt. Vorteil für die Haspa: Man könnte Produkte aus dem eigenen Haus noch mehr Kunden anbieten. Laut Burghardt gehe man weiter von einer Zustimmung des Bundeskartellamts aus.
Unterdessen wird der Kreis Herzogtum Lauenburg auf die eine Million Euro, die das Geldinstitut in den vergangenen Jahren regelmäßig überwiesen hatte, verzichten müssen. Aufgrund der Beteiligungen der KSK an der HSH-Nordbank und der Landesbank Berlin muss das regionale Geldinstitut 11,5 Millionen Euro zahlen, um dort Wertminderungen aufzufangen. Die HSH-Nordbank ist weniger wert, weil das Geschäft deutlich zurückgefahren werden musste, die Landesbank Berlin verfügt über viele griechische Staatsanleihen, die so gut wie nichts mehr wert sind. Die außergewöhnlichen Belastungen sorgen dafür, dass der Jahresüberschuss von 21 Millionen Euro mehr als halbiert wird. „Den Rest müssen wir unserem Kernkapital zuführen, um uns dort breit aufstellen zu können“, erklärt Burghardt. Nur so könne künftig die Kreditversorgung in der Region aufrechterhalten werden, heißt es, weil für Kreditvergaben künftig ein deutlich höheres Eigenkapital der Banken gefordert wird.
Dass das Geschäft der Kreissparkasse funktioniert, machte Rainer Burghardt am zweitbesten Jahresergebnis in der Geschichte des Instituts deutlich. 2011 war nach 2010 und 2009 ein weiteres Rekordjahr – trotz Wirtschaftskrise. „Unsere Firmenkunden sind sehr gut aufgestellt, da haben wir kaum Ausfälle. Außerdem läuft auch das private Kreditgeschäft sehr gut und durch Sonderkonditionen für Geldanlagen konnten wir 100 Millionen Euro Kundeneinlagen akquirieren, berichtete Burghardt.
Immer öfter fragen jetzt Investoren, ob die KSK bestehende Kredite, die bei ausländischen Banken geführt werden, umschulden würde. „Da wird dann deutlich, dass es durchaus eine Kreditklemme gibt“, sagte Gerd Bröcker, der Leiter der KSK-Firmenkundenabteilung. Im Lauenburgischen könnten sich Unternehmer darauf verlassen, dass die Kreissparkasse ihnen weiter als Partner zur Seite stehen werde, hieß es. Überzeugende Konzepte würden finanziert.
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