Modernisierung
Bahn investiert Millionen in Stellwerk
Dienstag, 24. Januar 2012 19:04
- Von Timo Jann
Lauenburg. Das Stellwerk wird technisch aufgerüstet. Nachdem Unbekannte im August 2010 Feuer gelegt und die Technik des Stellwerks zerstört hatten, will die Bahn nun Millionen investieren. Das Lauenburger Stellwerks soll künftig vom Elektronischen Stellwerk Lübeck ferngesteuert werden.
Es war die Nacht zum 18. August 2010, als im Stellwerk im Lauenburger Bahnhof
Flammen loderten. Unbekannte hatten Feuer gelegt. Der Brand zerstörte die
technische Ausstattung des Stellwerks. Erst konnten tagelang keine Züge auf
der Strecke zwischen Lüneburg und Lübeck fahren, dann waren über Monate
„Büps“ (Bahnübergangssicherungsposten) im Einsatz, weil die Bahnübergänge
nicht elektronisch gesteuert werden konnten.
Jetzt will die Bahn technisch aufrüsten und das Stellwerk auf den neusten
Stand bringen. „Wir investieren Millionen“, kündigt Egbert Meyer-Lovis an,
Sprecher der Deutschen Bahn in Hamburg. In dem völlig ausgebrannten und
bisher nur notdürftig gesicherten Stellwerk am Lauenburger Bahnhof war bis
zum Brand die Technik zusammengefasst, mit der auf der Strecke die Weichen,
Signale und Schranken geregelt werden konnten. „Wir mussten nach dem Feuer
zunächst intern klären, wie wir die Technik neu ausrichten“, begründet
Meyer-Lovis die lange Zeit des Stillstands.
Mittlerweile ist klar, dass die Steuerung des Lauenburger Stellwerks künftig
vom Elektronischen Stellwerk Lübeck aus übernommen wird. Dazu müssen
zahlreiche Kabel entlang der Bahnstrecke verlegt werden. „Die
Fahrdienstleiter in Büchen und Lüneburg werden künftig die Schranken an den
Bahnübergängen zwischen Dalldorf und Adendorf steuern“, erklärt Meyer-Lovis.
Alle anderen Bahnsysteme werden von Lübeck aus koordiniert.
„Stellwerktechnik ist speziell, die hat man nicht auf der Halde liegen,
sodass es nun etwas dauert, ehe alle Bauteile da sind“, sagt der
Bahnsprecher. Siemens soll die Anlagen im Auftrag der Bahn installieren.
Nach bisherigem Stand der Planungen soll es durch die Arbeiten nicht zu
Behinderungen im Bahnverkehr kommen. Zum 1. März soll der Betrieb
aufgenommen werden.
Das Stellwerk ist derzeit nicht die einzige Baustelle der Bahn in Lauenburg.
Nach der mittlerweile abgeschlossenen Sanierung des Bahnhofs steht die
Sanierung der Elbbrücke an. Das Bauwerk soll verstärkt werden. „Das Vorhaben
wird aber noch dauern“, so Meyer-Lovis. Wie berichtet, ist die
Brückenkonstruktion nicht mehr ausreichend tragfähig. Wenn ein schwerer
Güterzug die Elbe zwischen Lauenburg und Hohnstorf queren will, muss die
Ampel für die Autos und Lastwagen auf beiden Seiten auf Rot geschaltet
werden. Verkehr auf der Straße und auf dem Gleis wäre eine zu starke
Beanspruchung des Bauwerks.
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