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Historischen Schatz wiederentdeckt

Lauenburg. Der Heimatbund hat 1000 Euro für die Fertigstellung des Elbschifffahrtmuseums gespendet. Bei der Renovierung ist auch ein historischer Schatz wieder aufgetaucht: ein Kachelofen mit dem Wappentier der Welfen, vermutlich aus dem Jahr 1740.
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Einen Scheck über 1000 Euro übergibt Horst Eggert (li.) vom Heimatbund an Museumsleiter Joachim Kedziora. Für dieses Geld soll eine 200 Jahre alte Eichentür angemessen präsentiert werden.
Foto: Richel
Einen Scheck über 1000 Euro übergibt Horst Eggert (li.) vom Heimatbund an Museumsleiter Joachim Kedziora. Für dieses Geld soll eine 200 Jahre alte Eichentür angemessen präsentiert werden.
Noch wird im komplett umgebauten Elbschifffahrtmuseum in jeder Ecke gewerkelt. Auch Museumsleiter Joachim Kedziora steckt in einer Arbeitskluft und reibt sich die staubigen Hände ab, ehe er von Horst Eggert den symbolischen Scheck entgegennimmt: 1000 Euro spendiert der Heimatbund und Geschichtsverein, und so eine gute Nachricht überbringt der Vereinschef gern persönlich.
Einen Verwendungszweck für das Geld gibt es auch schon. „Endlich können wir eine Kostbarkeit der Öffentlichkeit zeigen, die bislang im Verborgenen schlummerte“, freut sich Eggert. Vor einigen Jahren hatte er den 77-jährigen Otto Schmahl kennengelernt, den auch in seiner Wahlheimat Rheinland-Pfalz die Sehnsucht nach seiner Geburtsstadt Lauenburg nie losgelassen hat. Deshalb hütete er im Wohnzimmer eine schwere, 200 Jahre alte Hauseingangstür mit dem Innungszeichen der Maurer, das ehemals zu seinem Geburtshaus in der Berliner Straße gehörte. Aber weil er seinen „Schatz“ im Elbschifffahrtsmuseum gut aufgehoben sieht, trennte er sich von dem Erinnerungsstück. „Im Seminarraum gibt es eine Nische, dort wird die Tür künftig angemessen präsentiert“, verspricht Kedziora.
Weil Horst Eggert schon mal da ist, erhält er vom Museumschef gleich noch eine kleine Privatführung durch die frisch sanierten Räume. Hier sind im Laufe der Bauarbeiten eine Menge Dinge ans Licht gekommen, mit denen niemand gerechnet hat. Eggerts Interesse gilt sofort einem alten Ofen, der jahrzehntelang hinter einer Holzwand vor sich hin staubte. „Auf der Feuertür ist ein Ross als Wappentier der Welfen zu sehen, das heißt, der Ofen dürfte seit der Errichtung des Hauses um 1740 hier stehen“, begeistert sich der Heimatforscher für das uralte Stück. Der historische Ofen wird später in der Ausstellung natürlich auch einen Platz finden. Wenn alles fertig ist, erwarten die Besucher des neuen Elbschifffahrtsmuseum aber nicht nur alte Ausstellungsstücke, sondern begehbare Erlebniswelten, interaktive Modelle, sprechende 3 D-Figuren und die deutschlandweit größte Sammlung von Schiffsantrieben zwischen 1850 und heute. In diesem Fall ergänzen sich für den Museumschef Alt und Neu auf sinnvolle Weise.
Ganz anders denkt er, wenn er sich das frisch sanierte Gebäude von außen betrachtet. Auch Horst Eggert ärgert sich über die Fassade des Hauses Kirchplatz 1, das nun auch zum Museum gehört: Der zunächst liebevoll sanierte historische Balken mit der Aufschrift „Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen“, wird jetzt durch einen klotzigen Vorbau zur Hälfte verdeckt. Durch diese eigenwillige Gestaltung will sich Kedziora aber die Freude auf den ersten Öffnungstag des Museums nicht verderben lassen. Er und seine ehrenamtlichen Helfer arbeiten zurzeit mit Hochdruck daran, Bauschutt zu beseitigen und zumindest die Kellerräume soweit herzurichten, dass sie für Besucher begehbar sind.
Wann das gesamte Ausstellungskonzept umgesetzt wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell die Stadt 500.000 Euro auftreiben kann – so hoch ist der Eigenanteil, damit die Fördersumme der Aktivregionen des Landes in Höhe von 590.000 Euro fliest.
2 Kommentare
Peter Lucius meint:
An diesem sinn- und zwecklosen Anbau, den man schon jetzt als Schandfleck der Altstadt bezeichnen kann, ist der Denkmalschutz nur insofern mitschuldig, als dass er ihn nicht verhindert hat. Vielmehr muss sich der Architekt fragen lassen, ob er bisher nur Plattenbauten konstruiert hat. Ich würde so einen Architekten nicht an unser Fachwerkhaus lassen.

Trotz dieses architektonischen Fehltritts scheint das neue Elbschifffahrtsmuseum nach der Neueröffnung wieder ein Anziehungspunkt in der Lauenburger Altstadt zu werden. Ich freue mich darauf.
heidi meint:
Was der Denkmalschutz an unsinnigen Anordnung in SH trifft, ist kaum noch zu überbieten mit der Aussage, nur EXTREME An- und Umbauten verdeutlichen die Epochen. Diese inteligenten Denkmalschützer können eigentlich keine Praxis haben, sonst würden diese kontroversen Gesichtswelten wohl nicht passieren und aufeinander prallen. In Lüneburg oder im Weserbergland waren unsere Experten aus SH zur Information sicher nicht.

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