Stadtbücherei
400 neue Benutzer im vergangenen Jahr
Dienstag, 17. Januar 2012 18:15
Lauenburg.Nach vierwöchiger Schließung hat die Stadtbücherei am Dienstag wieder ihre Pforten geöffnet. 400 neue Leser im letzten Jahr und Ausleihzahlen in Rekordhöhe zeigen, dass die Bücherei einen hohen Stellenwert genießt.
Riesenansturm gestern auf die Stadtbücherei: Schon kurz vor elf drücken sich besonders Neugierige die Nasen an der Scheibe platt, um zu schauen, was sich nach der vierwöchigen Schließung verändert hat. Nicht nur der neue Teppichboden sticht sofort ins Auge. „Wir haben die Regalordnung komplett umgestellt“, erzählt Leiterin Uta Silderhuis. So gibt es jetzt eine Ruhezone für Erwachsene und einen Extrabereich für Kinder, in dem es nicht ganz so leise zugehen muss. Noch etwas fällt am ersten Ausleihtag auf: Viele Regale sind fast leer. „Mit der Hälfte unseres Bestandes haben sich die Leser vor der Schließung noch schnell eingedeckt“, so die Bücherei-Chefin. Angenehmer Nebeneffekt: So musste das Bücherei-Team fast 11.000 Bücher weniger in Kisten packen, transportieren und später wieder einsortieren.
Auch Celine hat heute richtig schwer zu schleppen: 26 Bücher packt sie auf die Ausleihtheke der Stadtbücherei. „Meine Schwester und ich haben alle gelesen“, versichert die Neunjährige glaubhaft, hat aber für ein weiteres Gespräch keine Zeit, denn die neue Kinderecke weckt ihr Interesse. Hier ist fast die gesamte 3b aus der Weingartenschule versammelt. „Es ist toll geworden“, freut sich Celine, hat aber doch einen Kritikpunkt ausgemacht: „Viele Bücher stehen so weit oben, dass ich nicht rankomme.“
Für dieses Problem hat Uta Silderhuis im Moment keine Lösung parat, denn die Regale sind älter als sie selbst – stammen wohl noch aus den fünfziger Jahren. „Die Böden sind nicht verstellbar. Wir sind ja schon froh, dass uns während des Umbaus nur ein paar Sockel zusammengebrochen sind und nicht ganze Regalreihen.“ Die Büchereichefin hofft, dass die Stadtvertreter bald grünes Licht für weitere Investitionen geben, dann stehen neue Regale und eine funktionale Ausleihtheke ganz oben auf der Wunschliste.
Uta Silderhuis kann darauf bauen, dass die Bücherei einen hohen Stellenwert genießt. 2011 meldeten sich 400 neue Leser an und auch die Zahl der Entleihungen sprengt mit fast 130.000 alle Rekorde. Das weiß offensichtlich auch die Politik zu würdigen: Trotz der schwierigen Haushaltslage wird die durch den Kreis angeschobene Etatkürzung von zwei Prozent jährlich, komplett durch den Stadthaushalt aufgefangen. 47.000 Euro standen im vergangenen Jahr insgesamt für Neuanschaffungen zur Verfügung. Deren Schwerpunkt hat sich verschoben: „Die Informationsdichte des Internets läuft den Sachbüchern den Rang ab. Dafür werden wir noch mehr Wert auf den Kinderbuchbestand und die neuen Medien legen“, kündigt die Diplom-Bibliothekarin an. Dies macht Sinn, denn im vergangenen Jahr waren mehr als die Hälfte der über 2200 Leser jünger als 17 Jahre.
Celine findet sich inzwischen in der Kinderecke zurecht und hat einen Stapel Bücher zusammengetragen. Wenn es nach ihr ginge, würden hier jeden Tag ganze Lkw-Ladungen voller neuer Kinderbücher einsortiert. Kein Wunder: Wer wie Celine 26 Bücher in vier Wochen lesen kann, für den wird der Lesestoff auch in der besten Bücherei irgendwann knapp.per
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