Elbe-Lübeck-Kanal
Hoffnungsschimmer für den Ausbau der Wasserstraße
Montag, 16. Januar 2012 17:42
- Von Timo Jann
Lauenburg. Über die Zukunft des Elbe-Lübeck-Kanals ist noch keine Entscheidung gefallen. Doch der Schiffsverkehr im Kanal ist weiter zurückgegangen. Nur noch 1586 Frachter, davon 643 ohne Ladung, wurden an der Schleuse in Lauenburg gezählt, ein Negativrekord in 2011.

Foto: Jann
Lauenburgs Kanalschleuse (oben im Bild) passierten 2011 nur noch 1586 Binnenschiffe, das Frachtaufkommen stieg aber dank größerer Ladekapazitäten auf gut 700.000 Tonnen.
Einzig positiv fällt in der Statistik des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA)
für den 112 Jahre alten Elbe-Lübeck-Kanal die Entwicklung der Ladungsmenge
auf: „Da haben wir ein Plus von rund zwölf Prozent zu verzeichnen gehabt“,
erklärt Bettina Kalytta, die Leiterin des Lauenburger WSA. 709.428 Tonnen
Ladung hatten die Schiffe an Bord. 2010 waren es 633.530 Tonnen. Kalytta:
„Es können durchaus weniger Schiffe mehr Ladung transportieren, weil die
modernen Schiffe ja größer werden.“ Während auf der Elbe in der Geesthachter
Schleuse (wir berichteten) aber hauptsächlich Schiffe der Klasse mit mehr
als 1200 Tonnen Ladungskapazität unterwegs waren, wurden im
Elbe-Lübeck-Kanal meistens Schiffe der Klasse bis 1200 Tonnen registriert.
„Die Abladetiefe, also die Aufnahmemenge der Schiffe, lässt heute mehr Fracht
an Bord zu“, erklärt Bettina Kalytta. Früher mussten Frachter, die mehr als
2,10 Meter Abladetiefe hatten, schon eine Sondergenehmigung beim WSA
beantragen. Heute können diese Schiffe, solange sie nicht breiter als acht
Meter sind, ohne Sondergenehmigung fahren. „Das wird möglicherweise öfter
genutzt“, deutet Bettina Kalytta die gegenläufige Entwicklung der Zahl der
Binnenschiffe im Vergleich zur gestiegenen Tonnage. In früheren Jahren,
zuletzt 2008, hatte die Ladungsmenge noch mehr als eine Million Tonnen
betragen.
Wie berichtet, gibt es im Bundesverkehrsministerium Überlegungen, den Ausbau
und Unterhalt des Elbe-Lübeck-Kanals zurückzufahren. Doch ein Gutachten, das
abschließend Aufschluss geben soll, lässt noch auf sich warten.
Das Ministerium hatte durch seine Fachleute alle deutschen Wasserstraßen
klassifizieren lassen. Die Klasse des Elbe-Lübeck-Kanals soll demnach
künftig keine Investitionen mehr erhalten. Das widerspricht Wünschen der
Wirtschaft, die argumentiert, dass der Kanal bei einem entsprechenden
Ausbaustand durchaus als interessanter Wasserweg gelten würde. Bisher lassen
zu niedrige Brücken aber zum Beispiel keinen Transport von Containern im
wirtschaftlichen Rahmen zu.
Aktuell werden vor allem Baustoffe, Metallabfälle, Futtermittel und
Düngemittel auf dem Elbe-Lübeck-Kanal transportiert.
Artikelkommentare abonnieren
Kommentar abgeben
Noch kein Kommentar abgegeben

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche












