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Hoffnungsschimmer für den Ausbau der Wasserstraße

Lauenburg. Über die Zukunft des Elbe-Lübeck-Kanals ist noch keine Entscheidung gefallen. Doch der Schiffsverkehr im Kanal ist weiter zurückgegangen. Nur noch 1586 Frachter, davon 643 ohne Ladung, wurden an der Schleuse in Lauenburg gezählt, ein Negativrekord in 2011.
Lauenburgs Kanalschleuse (oben im Bild) passierten 2011 nur noch 1586 Binnenschiffe, das Frachtaufkommen stieg aber dank größerer Ladekapazitäten auf gut 700.000 Tonnen.
Foto: Jann
Lauenburgs Kanalschleuse (oben im Bild) passierten 2011 nur noch 1586 Binnenschiffe, das Frachtaufkommen stieg aber dank größerer Ladekapazitäten auf gut 700.000 Tonnen.
Einzig positiv fällt in der Statistik des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) für den 112 Jahre alten Elbe-Lübeck-Kanal die Entwicklung der Ladungsmenge auf: „Da haben wir ein Plus von rund zwölf Prozent zu verzeichnen gehabt“, erklärt Bettina Kalytta, die Leiterin des Lauenburger WSA. 709.428 Tonnen Ladung hatten die Schiffe an Bord. 2010 waren es 633.530 Tonnen. Kalytta: „Es können durchaus weniger Schiffe mehr Ladung transportieren, weil die modernen Schiffe ja größer werden.“ Während auf der Elbe in der Geesthachter Schleuse (wir berichteten) aber hauptsächlich Schiffe der Klasse mit mehr als 1200 Tonnen Ladungskapazität unterwegs waren, wurden im Elbe-Lübeck-Kanal meistens Schiffe der Klasse bis 1200 Tonnen registriert.
„Die Abladetiefe, also die Aufnahmemenge der Schiffe, lässt heute mehr Fracht an Bord zu“, erklärt Bettina Kalytta. Früher mussten Frachter, die mehr als 2,10 Meter Abladetiefe hatten, schon eine Sondergenehmigung beim WSA beantragen. Heute können diese Schiffe, solange sie nicht breiter als acht Meter sind, ohne Sondergenehmigung fahren. „Das wird möglicherweise öfter genutzt“, deutet Bettina Kalytta die gegenläufige Entwicklung der Zahl der Binnenschiffe im Vergleich zur gestiegenen Tonnage. In früheren Jahren, zuletzt 2008, hatte die Ladungsmenge noch mehr als eine Million Tonnen betragen.
Wie berichtet, gibt es im Bundesverkehrsministerium Überlegungen, den Ausbau und Unterhalt des Elbe-Lübeck-Kanals zurückzufahren. Doch ein Gutachten, das abschließend Aufschluss geben soll, lässt noch auf sich warten.
Das Ministerium hatte durch seine Fachleute alle deutschen Wasserstraßen klassifizieren lassen. Die Klasse des Elbe-Lübeck-Kanals soll demnach künftig keine Investitionen mehr erhalten. Das widerspricht Wünschen der Wirtschaft, die argumentiert, dass der Kanal bei einem entsprechenden Ausbaustand durchaus als interessanter Wasserweg gelten würde. Bisher lassen zu niedrige Brücken aber zum Beispiel keinen Transport von Containern im wirtschaftlichen Rahmen zu.
Aktuell werden vor allem Baustoffe, Metallabfälle, Futtermittel und Düngemittel auf dem Elbe-Lübeck-Kanal transportiert.
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