Schulhund
Mit "Maja" macht die Schule tierisch viel Spaß
Samstag, 10. Dezember 2011 11:43
Lauenburg. Die Albinus-Gemeinschaftsschule hat eine "tierische" Lehrerin. Die Cocker-Spaniel-Hündin Maja soll den Schülern Regeln, Umgangsformen und soziale Kompetenzen vermitteln. Es klingt paradox, aber auf das Tier wird mehr Rücksicht genommen, als auf die Mitschüler.

Foto: Bienwald
Trainerin Alexandra Pieper beobachtet den elfjährigen Veit und „Maja“ beim Dosenspiel. Mit ruhiger, aber fester Stimme muss der Junge die Kommandos geben.
„Bitte leise eintreten: Maja ist da“: Die Bitte um Rücksicht gilt der
zweijährigen Cocker-Spaniel-Hündin Maja, dem „Schulhund“ der
Albinus-Gemeinschaftsschule. Und tatsächlich ist es mucksmäuschenstill im
Klassenraum der 14 Mädchen und Jungen: Mit dem „Ereigniswürfel“ spielen die
Kinder an diesem Tag mit Maja gerade die nächsten Fragerunde aus: Maja
würfelt mit Schnauze und Pfoten, bis eine neue Frage auf dem Pappwürfel
erscheint wie „Erkläre, was ein Hund dir sagt, wenn er die Rute aufstellt?“
Oder „Nenne fünf Dinge, die zur Versorgung eines Hundes gehören.“
Was die Bindung zwischen Mensch und Tier fördert, fragt Projektleiterin
Alexandra Pieper ab. Sofort schnellen 14 Arme in die Luft und jeder will
sein Wissen unter Beweis stellen. Schließlich geht es auch um einen für die
Kinder „tollen Gewinn“: Richtige Antworten werden mit einem Leckerli
belohnt: Den Hundekuchen überreichen die Kinder am Ende des Tages an die
stets hungrige Maja. Der Tagessieger gewinnt zudem einen Besuch der
besonderen Art: Maja und Frauchen Alexandra Pieper schauen bei den Kindern
vorbei, die dann mit der Hündin spielen können.
Nicht immer ist es leicht, die Aufmerksamkeit der Hündin zu wecken:
Schüchterne Kinder haben dann die Chance, selbstbewusstes und mutiges
Auftreten zu üben. Erst dann reagiert Maja und widmet sich ganz dem Kind –
nicht dem Hundekuchen. Liegen aber Möhrenreste vom Pausenfrühstück oder
andere Leckereien am Boden, ist kein Halten mehr – das Hundemädchen
schnüffelt sich durch den gesamten Klassenraum, in der Nähe der Schulranzen
riecht es offenbar immer besonders gut. „Wer hatte Bodendienst?, fragt dann
Alexandra Pieper. Und während Maja brav in ihrer mobilen Hundehütte wartet,
fegen die Putzfeen mit spaßig-schuldbewussten Mienen noch einmal nach.
Beim Dosenspiel gehört Veit die ganze Aufmerksamkeit des Hundemädchens. Sie
soll leere Filmdosen mit der Schnauze in eine Kiste werfen – dafür muss Veit
ihr gut erklären, was er von ihr erwartet: Und tatsächlich nach dem zweiten
Versuch klappt es wie am Schnürchen: Mit ruhiger aber fester Stimme gibt der
Elfjährige das Kommando und die Dose landet sicher in der Kiste.
Claudia Vogt-Gohdes, Projektkoordinatorin an der Ganztagsschule, sagt: „Eine
tolle Idee solch ein Projekt anzubieten, weil der Umgang mit Tieren gut tut.
Regeln, Umgangsformen und soziale Kompetenzen werden spielerisch gefördert.“
Der Co-Therapeut Hund kann bei seinem Klienten das Verantwortungsgefühl
stärken, die Kritikfähigkeit verbessern, helfen Ängste abzubauen und die
Konzentration zu fördern. Er kann die Fein- und Sprachmotorik fördern und
verbessern sowie zur An- und Entspannung beitragen. „Aus den positiven
Erfahrungen der tiergestützten Therapie baut auch die tiergestützte
Pädagogik auf. So trägt der Schulhund aktiv zur Erziehung und Bildung der
Kinder bei“, sagt Alexandra Pieper.
Auf Tiere wird mehr Rücksicht genommen, als auf Mitschüler haben beide
festgestellt. Für die Kinder ein gelehriger Spaß: „Ich finde das Projekt
ganz toll, weil ich mal Tierpflegerin werden will“, sagt die elfjährige
Svetlana.
„Maja ist so süß"“ findet auch Chantal. Nicht nur süß, sondern auch mit einer
gehörigen Portion Jagdinstinkt ausgestattet, jagt die Hündin wenig später
durch den Schulgarten. Ihre Aufgabe: Veit wiederzufinden, der „verletzt“ im
Gebüsch liegt. Maja nimmt die Fährte auf und findet den Jungen auf Anhieb.
Der Jubel der Kinder ist groß – das Staunen über den Spürsinn der Tiere noch
mehr.?www.therapiehund-maja.debm

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