Schulhund

Mit "Maja" macht die Schule tierisch viel Spaß

Foto: bgz / Bienwald

Lauenburg. Die Albinus-Gemeinschaftsschule hat eine "tierische" Lehrerin. Die Cocker-Spaniel-Hündin Maja soll den Schülern Regeln, Umgangsformen und soziale Kompetenzen vermitteln. Es klingt paradox, aber auf das Tier wird mehr Rücksicht genommen, als auf die Mitschüler.

„Bitte leise eintreten: Maja ist da“: Die Bitte um Rücksicht gilt der zweijährigen Cocker-Spaniel-Hündin Maja, dem „Schulhund“ der Albinus-Gemeinschaftsschule. Und tatsächlich ist es mucksmäuschenstill im Klassenraum der 14 Mädchen und Jungen: Mit dem „Ereigniswürfel“ spielen die Kinder an diesem Tag mit Maja gerade die nächsten Fragerunde aus: Maja würfelt mit Schnauze und Pfoten, bis eine neue Frage auf dem Pappwürfel erscheint wie „Erkläre, was ein Hund dir sagt, wenn er die Rute aufstellt?“ Oder „Nenne fünf Dinge, die zur Versorgung eines Hundes gehören.“

Was die Bindung zwischen Mensch und Tier fördert, fragt Projektleiterin Alexandra Pieper ab. Sofort schnellen 14 Arme in die Luft und jeder will sein Wissen unter Beweis stellen. Schließlich geht es auch um einen für die Kinder „tollen Gewinn“: Richtige Antworten werden mit einem Leckerli belohnt: Den Hundekuchen überreichen die Kinder am Ende des Tages an die stets hungrige Maja. Der Tagessieger gewinnt zudem einen Besuch der besonderen Art: Maja und Frauchen Alexandra Pieper schauen bei den Kindern vorbei, die dann mit der Hündin spielen können.

Nicht immer ist es leicht, die Aufmerksamkeit der Hündin zu wecken: Schüchterne Kinder haben dann die Chance, selbstbewusstes und mutiges Auftreten zu üben. Erst dann reagiert Maja und widmet sich ganz dem Kind – nicht dem Hundekuchen. Liegen aber Möhrenreste vom Pausenfrühstück oder andere Leckereien am Boden, ist kein Halten mehr – das Hundemädchen schnüffelt sich durch den gesamten Klassenraum, in der Nähe der Schulranzen riecht es offenbar immer besonders gut. „Wer hatte Bodendienst?, fragt dann Alexandra Pieper. Und während Maja brav in ihrer mobilen Hundehütte wartet, fegen die Putzfeen mit spaßig-schuldbewussten Mienen noch einmal nach.

Beim Dosenspiel gehört Veit die ganze Aufmerksamkeit des Hundemädchens. Sie soll leere Filmdosen mit der Schnauze in eine Kiste werfen – dafür muss Veit ihr gut erklären, was er von ihr erwartet: Und tatsächlich nach dem zweiten Versuch klappt es wie am Schnürchen: Mit ruhiger aber fester Stimme gibt der Elfjährige das Kommando und die Dose landet sicher in der Kiste.

Claudia Vogt-Gohdes, Projektkoordinatorin an der Ganztagsschule, sagt: „Eine tolle Idee solch ein Projekt anzubieten, weil der Umgang mit Tieren gut tut. Regeln, Umgangsformen und soziale Kompetenzen werden spielerisch gefördert.“ Der Co-Therapeut Hund kann bei seinem Klienten das Verantwortungsgefühl stärken, die Kritikfähigkeit verbessern, helfen Ängste abzubauen und die Konzentration zu fördern. Er kann die Fein- und Sprachmotorik fördern und verbessern sowie zur An- und Entspannung beitragen. „Aus den positiven Erfahrungen der tiergestützten Therapie baut auch die tiergestützte Pädagogik auf. So trägt der Schulhund aktiv zur Erziehung und Bildung der Kinder bei“, sagt Alexandra Pieper.

Auf Tiere wird mehr Rücksicht genommen, als auf Mitschüler haben beide festgestellt. Für die Kinder ein gelehriger Spaß: „Ich finde das Projekt ganz toll, weil ich mal Tierpflegerin werden will“, sagt die elfjährige Svetlana.

„Maja ist so süß"“ findet auch Chantal. Nicht nur süß, sondern auch mit einer gehörigen Portion Jagdinstinkt ausgestattet, jagt die Hündin wenig später durch den Schulgarten. Ihre Aufgabe: Veit wiederzufinden, der „verletzt“ im Gebüsch liegt. Maja nimmt die Fährte auf und findet den Jungen auf Anhieb. Der Jubel der Kinder ist groß – das Staunen über den Spürsinn der Tiere noch mehr.?www.therapiehund-maja.de