Bergedorf Hundehasser droht mit dem Auslegen von Giftködern

Hailey, die Hündin von Eva Hoffmann, hat nun Leinenzwang. „Giftköder? Das ist kriminell“, sagt die 64-Jährige. Sie appelliert gleichzeitig an Hundehalter, Kot konsequent wegzuräumen.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Hailey, die Hündin von Eva Hoffmann, hat nun Leinenzwang. „Giftköder? Das ist kriminell“, sagt die 64-Jährige. Sie appelliert gleichzeitig an Hundehalter, Kot konsequent wegzuräumen.

Lohbrügge. Ein unbeklannter hundehasser droht damit, Giftköder auszulegen. Die Polizei hat sein Drohschreiben sichergestellt.

Eva Hoffmanns Handy piept im Minutentakt. Die Aufregung in der WhatsApp-Gruppe Lohbrügger Hundebesitzer ist groß - die Tierfreunde haben Angst. Der Grund: Ein unbekannter Hundehasser droht damit, ihre geliebten Vierbeiner zu vergiften.

Am Dienstagnachmittag hatte Nicola Brandt (50), professionelle Hundebetreuerin vom Lohbrügger „Gassi-Service“ ein besorgniserregendes Drohschreiben entdeckt – am Eingang der ausgewiesenen Hunde-Freilauffläche in Höhe Sannmannreihe 68 . Der Inhalt ist unmissverständlich eine Drohung gegen die Hundehalter und ihre felligen Freunde: „An alle Hundebesitzer. Nun ist Schluss mit der Sauerei. Ab jetzt werden Giftköder ausgelegt“, stand auf dem, in einer Dokumentenhülle geschützten, Ausdruck. Und in rot: „Vorsicht Hundescheiße“, mit einem Pfeil Richtung Boden.

Drohbrief hing am Eingang der Freilauffläche

Die Drohung war mit bunten Reißzwecken an einem Baum befestigt, direkt am Eingang der Hunde-Freilauffläche steht. Nur zwei Meter entfernt steht das offizielle Schild des Bezirksamtes („Ich darf hier frei laufen.“), das die Hundehalter in dem Park vom Leinenzwang befreit.

„Wir machen uns alle große Sorgen“, fasst Eva Hoffmann den Chat in der WhatsApp-Gruppe zusammen. Ihr Hund Hailey darf nun nur noch an der Leine laufen. „Ich habe Verständnis, wenn sich Menschen über Tretminen auf den Gehwegen aufregen.“ Da seien alle Hundebesitzer aufgefordert, die Haufen wegzumachen. „Wir Hundefreunde treten da ja selbst rein“, betont die 64-Jährige: „Aber deswegen Giftköder auszulegen, ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern schlicht kriminell.“

Polizei stellt Drohschreiben sicher - Absender unbekannt

Ein Anwohner hat daher bereits die Polizei eingeschaltet. Beamte des Polizeikommissariats 43 in Bergedorf stellten das Drohschreiben sicher. „Wir haben noch keinen Hinweis auf den Verfasser“, sagt ein Polizist. Bei der Absuche der Parkanlage hätte die Streifenwagenbesatzung aber keine Giftköder gefunden.

„Das beruhigt mich nicht“, sagt Jana Grabowski (23) und drückt ihre Hündinnen Saphira und Deyna fest an sich. „Es gibt so kranke Typen! Wir hatten sowas ja vor einigen Monaten schon in Boberg. Damals ist ein Hund an einem Rasierklingen-Köder elendig gestorben.“ Auch ihre Vierbeiner bekommen jetzt „bis auf weiteres Freilauf-Verbot.“

„Ich werde mich nicht verrückt machen lassen“, sagt dagegen die 22-Jährige Stella Nürnberg. Sie ist mit Hündin Emma jeden Tag hier unterwegs. „Daran wird sich nichts ändern. Solche Menschen wollen doch nur Angst verbreiten, nicht mit mir!“

Natalia Zoyke (28) sieht das ebenso. „Klar passe ich jetzt besonders auf Sammy auf.“ Das jemand wirklich Giftköder auslegt, glaubt die Yorkshire-Terrier-Besitzerin aber nicht: „Hunde die bellen, die beißen meistens nicht.“