24.07.2014, 05:58

Harburg Mehr Bewohner sollen Leben in die Innenstadt bringen

Jochen Gipp

Noch hängt eine undurchsichtige Kunststofffolie vor der Sobottka-Immobilie am Lüneburger Tor. Ehemalige Arztpraxen im werden zu Wohnungen umgebaut. Auch der Restaurant-Bau schreitet voran.

Harburg. Es tut sich was bei den Sobottka-Immobilien am Lüneburger Tor 9-13. Wegen Dacharbeiten sind Gerüste vor den Fassaden aufgestellt. Dass sich aber auch in dem Haus mit der Nummer neun bereits seit Jahresbeginn viel verändert hat, ist den Passanten in der Fußgängerzone bislang weitgehend verborgen geblieben. Das hängt damit zusammen, dass die Häuser von Anliegern auch über eine Hofzufahrt von der Amalienstraße aus zu erreichen sind.

Und von dort geht auch Generalunternehmer Mysret Mustafa mit seinen Handwerkern täglich ein und aus.

Das zweite und dritte Obergeschoss sind inzwischen komplett umgebaut. Aus ehemaligen Zahnarzt- und Augenarzt-Praxen sind insgesamt 17 Ein-, Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen entstanden. In etwa sechs Wochen sollen die Arbeiten beendet sein. Zur Hofseite erhalten die Wohnungen noch Dachterrassen oder Balkone, die an die Fassade gehängt werden. Unten auf dem Hof bleibt die Anzahl der Parkplätze unverändert.

Für den Umbau wurde das Haus weitgehend entkernt und mit neuen Leichtbauwänden neu aufgeteilt. Die Immobilienbesitzer Horst und Margot Sobottka hatten die Mieter der Arztpraxen vor zehn Jahren verloren, nachdem das neue Phoenix Center mit ähnlichem Raumangebot eröffnet worden war. Die Umwidmung der gewerblichen Nutzung in Wohnraum war beantragt und vom Bezirksamt baurechtlich genehmigt worden.

Margot Sobottka: „Das werden sehr schöne Wohnungen. Wir hätten sehr viel früher mit dem Umbau anfangen und den langen Leerstand verhindern sollen.“ Ein Großteil der Wohnungen ist bereits vermietet.

Horst und Margot Sobottka sind als Immobilienbesitzer und Verwalter mit dem Umbau auch dem Wunsch von Bezirksverwaltung und Politik gefolgt, die Innenstadt zu beleben. Dazu tragen Wohnungen zweifelsohne mehr bei als leer stehende Gewerberäume. Im Anschluss wollen die Eheleute in den Häusern mit den Nummern 11-13 voraussichtlich weiteren Wohnraum schaffen.

Auch hinter den mit undurchsichtiger Kunststofffolie verhängten Erdgeschoss-Schaufenstern am Lüneburger Tor 11-13 geht es weiter. „Bald hier: Restaurant mit eigener Bierbrauerei Engelbräu“, steht in weißen Klebebuchstaben auf einem der Fenster. Horst Sobottka verhandelt noch mit mehreren Gastronomen, die den Restaurant- und Braubetrieb übernehmen möchten.

Der für den Umbau zuständige Generalunternehmer Nysret Mustafa und Architekt Ahmad Omer sind wegen der noch laufenden Verhandlungen mit dem Innenausbau noch nicht zum Abschluss gekommen. „Die Anordnung der Sitzplätze und die Art der Beleuchtung hängen von den Wünschen des künftigen Betreibers ab“, sagt Mustafa. Er rechnet damit, dass Restaurant und Brauhaus im Oktober fertiggestellt sind.

Der größte Brocken im Sobottka-Immobilienbestand ist nach wie vor das 1977 errichtete Gebäude Lüneburger Tor 8 bis 10. Das war 2003 auf vier Geschosse plus Staffelgeschoss aufgestockt worden. Margot Sobottka: „Wir hatten das Haus vergrößern lassen, weil damals das Arbeitsamt einziehen wollte, dann aber einen Rückzieher gemacht hatte. In diesem Haus befindet sich derzeit im Untergeschoss ein Eiscafé.

Darüber sind Räume an Versicherungen und eine Krankenkasse vermietet. Aber der größte Teil des Gebäudes steht leer. Von 2006 bis 2010 hatte der griechischische Gastronom Konstantionos Englezos im Erdgeschoss sein Restaurant „Engelbräu“ mit eigener Bierbrauerei bis zu seiner Pleite betrieben. Dann gab die O'Learys Sportsbar mit Fortsetzung des Brauereibetriebs von August 2011 bis zur Pleite im Juli 2012 ein kurzes Gastspiel.

Dieses Gebäude will das Ehepaar verkaufen. Schon seit längerer Zeit sucht ein Makler nach einem geeigneten Käufer. Horst und Margot Sobottka wollen mit dem Verkauf der Immobilie auch für Harburg etwas Gutes tun. Horst Sobottka: „Wir sind der festen Überzeugung, dass an diesen Standort ein gutes Hotel gehört.“ Bislang gab es aber trotz zahlreicher Verhandlungen noch keinen Vertragsabschluss.