13.05.12

Deich-Derby

Logenplatz auf dem Trecker-Anhänger

Fünfhausen. Mit seinem Lanz Bulldog, Baujahr 1958, sorgte Karsten Wulff am Freitagabend im Durchdeich für ein mittelschweres Verkehrschaos. Rund eine halbe Stunde zuvor hatte sich der Fan des SV Curslack-Neuengamme in Curslack mit dem alten, natürlich in blauen Vereinsfarben gehaltenen Trecker samt Anhänger, einem großen Fass Bier, einer SVCN-Fahne sowie einem Dutzend weiterer Fans im Schlepptau auf den Weg zum Deich-Derby beim Nachbarn SC Vier- und Marschlande gemacht. Von Dirk Schulz

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Foto: Hanno Bode

Fans des SVCN kamen mit dem Traktor zum Derby beim SC Vier- und Marschlande.

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Der Matchwinner im Curslacker Tor, Frederic Böse, pariert gegen Ömer Güven.

Foto: Hanno Bode

Curslacker Torjubel beim 1:0: Christopher Kock, Matthias Reincke, Julian Sander, Patrik Papke, Sven Möller, Sven Zöpfgen (v.l.)

Als ihm in der engen, zugeparkten Straße auch noch ein Bus entgegenkam, drohte der Verkehr kurzzeitig zu erliegen. Schließlich wollten 729 weitere Zuschauer sich die Oberligapartie nicht entgehen lassen. In Fünfhausen angekommen aber hatten die Curslacker von ihrem erhöhten Platz aus einen Logenrang.

"Die Idee dafür ist uns beim Hinspiel gekommen. Wir haben uns gesagt, das müssen wir mal machen", erzählte Wulff. Für großes Aufsehen sorgte das lustige Gespann in jedem Fall. "Das ist doch toll, was sich unsere Fans alles einfallen lassen", sagte SVCN-Trainer Torsten Henke.

Seine Mannschaft hatte den Platz gerade als glücklicher 2:0-Sieger verlassen. Außer den Toren von Julian Sander (3.) und Matthias Reincke (82.) war dem Tabellenzweiten offensiv aber wenig eingefallen. Die abstiegsbedrohten Vier- und Marschländer waren das bessere Team gewesen, aber immer wieder an Frederic Böse im Gästetor gescheitert. "Das war ganz okay. Ich bin ein paar Mal angeschossen worden", sagte der Matchwinner bescheiden. Derweil waren sich alle Anwesenden einig, dass Curslack ohne den guten Böse nicht gewonnen hätte.

"Recht herzlichen Glückwunsch. Ich will jetzt aber mal sehen, ob du uns ein bisschen lobst", sagte SCVM-Ligaobmann Karl-Heinz Seidenstücker bei der Eröffnung der Pressekonferenz in Richtung seines Freundes Henke. Dieser gestand dann auch ein, dass der Erfolg schmeichelhaft gewesen war. "Wir haben das Herz in die Hose genommen", leistete sich SCVM-Coach Benjamin Scherner einen lustigen Versprecher und ergänzte, "so eine Niederlage im Derby tut weh." Zumal die Gäste lang und lautstark in der Kabine ihren Erfolg feierten. "Auswärtssiege sind schön", donnerte es aus der Umkleide und Henke rief seinem im Aufbruch befindlichen Akteur Christopher Kock hinterher: ",Komm' Kocker bleib'. Wir malen noch die Kabine blau-weiß an." Zu diesem Zeitpunkt dürfte die Trecker-Crew von Karsten Wulff schon wieder zu Hause angekommen sein.

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