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"Fantasie steckt in den kleinen Dingen!"

Oststeinbek. Das Arbeitszimmer von Andreas Röckener ist ein Reich der Fantasie. Von der Wand schauen personifizierte Tiere, ein selbstgefällig dreinblickender Frosch in Anzug und Krawatte, darunter ein Fuchs mit Zylinder auf dem roten Kopf.
Mit Aquarellfarben und Buntstiften illustriert Andreas Röckener schon jetzt einen Weihnachtskalender für das kommende Jahr.
Foto: Annett Habermann
Mit Aquarellfarben und Buntstiften illustriert Andreas Röckener schon jetzt einen Weihnachtskalender für das kommende Jahr.
Hier gibt es gerahmte Buntstiftzeichnungen vom Schlaraffenland, mit Pommes frites, die auf Bäumen wachsen und einem Zahnputzdienst, der per Hubschrauber kommt, mit einem Propeller aus Zahnbürsten und noch viel mehr Dingen, die es in der Vorstellung der meisten Erwachsenen gar nicht gibt.
Mit seinen 54 Jahren ist Illustrator Andreas Röckener natürlich erwachsen. Die kindliche Fantasie jedoch ist ihm geblieben, sie ist sein Beruf. „Fantasie ist nichts Großes, sie steckt in den kleinen Dingen“, sagt der Oststeinbeker und zeigt auf eine Wasserflasche. „Da könnten Zaubertropfen drin sein, und wenn Sie die trinken, passiert was…“
Was dann passiert, überlässt er in seinem neuen Buch „Wie geht’s weiter?“ den Lesern. Darin sind Bilder und Geschichten zum „Weiterspinnen“. Zum Beispiel die von Herrn Gabriel, der nach einem harten Arbeitstag nicht auf den Weg achtet und sich hoffnungslos verläuft. Oder von einer Banane mit drei Narben, die am abendlichen Lagerfeuer erzählt, wie sie entstanden sind. „Ich mag Fantasiegeschichten lieber als Sachthemen“, sagt Röckener.
Seine Arbeitsmaterialien sind Buntstifte und Aquarellfarben. Und eine geschickte Hand. Mit wenigen Strichen macht Röckener aus einem traurig schauenden Frosch einen erschrockenen. „Frösche zeichne ich besonders gern, sie lassen sich gut vermenschlichen.“ Um mit vermenschlichten Tieren eine Geschichte zu erzählen, nutzt der Oststeinbeker typische Attribute. Ein Fuchs gilt als klug, ein Löwe ist mächtig und Draufgänger werden durch ein Nashorn dargestellt. „Menschen zeichnen fällt mir schwerer“, gibt der Illustrator zu, „es sei denn, sie sind parodiert.“ In seinen Zeichnungen steckt jede Menge Humor – eine Eigenart, die er nicht unbedingt nach außen kehrt. „Ich bin nicht der Partytyp, der Witze am laufenden Band erzählt. Vielleicht sind die Bilder aber gerade deshalb so witzig.“
Als Schüler kritzelte Andreas Röckener Comics ins Heft. Nach einer ungeliebten Tischlerlehre studierte er Illustration in Hamburg, zeichnet heute für Bücher und Kalender. „Anfangs waren meine Zeichnungen zu erwachsen. Später haben mich meine Kinder inspiriert.“
Inzwischen lässt sich der gebürtige Münsteraner auch von Landschaften inspirieren. „Am Strand fallen mir die lustigsten Sachen ein, das Skizzenbuch ist deshalb immer dabei.“ Darin hält er seine Ideen fest, auch die für die „Brückenideen“ auf der Reinbek-Seite unserer Zeitung.
Das Buch „Wie geht’s weiter?“ ist im Moritz Verlag erschienen und kostet 13,90 Euro. ISBN 9783895652189.
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