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Poröser Ziegel hält vom Einzug ab

Glinde. Ärger im Neubaugebiet An der alten Wache: An Häusern der Neuen Lübecker wurde poröser Ziegel verbaut. Die Klinker-Fassade muss ausgetauscht werden.
Polier Rolf Nastaly nimmt die porösen Ziegel wieder ab.
Foto: Undine Brandt
Polier Rolf Nastaly nimmt die porösen Ziegel wieder ab.
Auf ihre neue Zweizimmerwohnung An der alten Wache freut sich die zukünftige Mieterin sehr. Seit einem Jahr errichtet die Norddeutsche Baugenossenschaft Neue Lübecker hier insgesamt 312 Wohnungen. Bis Ende des Jahres sollten die ersten zwei Gebäude mit insgesamt 89 Wohnungen fertiggestellt sein. Ihre gesamte Lebensplanung hat die junge Mutter auf den Termin ausgerichtet. Die Hamburgerin hat ihr Kind in der Tagesstätte vor Ort angemeldet, wollte wieder anfangen zu arbeiten.
Nun machen poröse Ziegel ihr einen Strich durch die Lebensplanung. Die hat der Generalunternehmer, die Lübecker Firma Schütt, bereits als Teil der Außenfassade verbaut. Doch die Steine aus Dänemark enthalten zu viel Kalk und entsprechen nicht den Zulassungsbestimmungen. Das brachte ein Baustoffgutachten an den Tag. Der viele Kalk führt zu Abplatzungen. „Viele Frostperioden überstehen die Ziegel nicht. Außerdem verändert sich die hellgelbe Farbe ins rötliche“, sagt Polier Rolf Nastaly. Die Konsequenz: Maurerarbeiten auf rund 1300 Quadratmeter waren vergeblich – die Steine müssen wieder runter.
Der Austausch der Klinker geht nur abschnittsweise, weil die Fenster und die freigelegte Dämmschicht abgedeckt, der neue Ziegel sofort wieder vorgesetzt werden muss. Und es geht auch nur bei gutem, trockenen Wetter. Zwar arbeiten derzeit 50 Maurer, Maler sowie Heizungs- und Trockenbauer parallel in und an den Wohnhäusern weiter, doch ein bis zwei Monate geraten die Bauarbeiten wahrscheinlich in Zeitverzug.
Betroffen sind laut Thomas Köchig, Vorstands-Chef der Neuen Lübecker, 30 Mieter. Sie sollen nun zu einer Infoveranstaltung eingeladen werden. „Wer sein Haus bereits verkauft hat und nicht weiß, wohin mit sich und seinen Möbeln, der kann auch schon vor der offiziellen Fertigstellung einziehen“, sagt Köchig. Doch wirklich zumuten möchte er den Mietern Baulärm und Schmutz eigentlich nicht. Fest steht, dass der Baugenossenschaft, die 50,1 Millionen Euro in das neue Baugebiet investiert, keine zusätzlichen Kosten entstehen.
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