Peter Witt
Grüne Tipps über den Gartenzaun
Freitag, 13. August 2010 19:45
- Von Annett Habermann
Glinde. Wenn die niedrige Holztür zu seinem Garten offen steht, heißt das: Peter Witt ist da und steht für Fragen rund um den Garten zur Verfügung. Zwischen Holzlauben, Blumenbeeten und Gartenzwergen in der Gartenanlage Togohof I hat es sich herumgesprochen, dass Witt einen besonders grünen Daumen hat.

Foto: Annett Habermann
In seinen eigenen Garten geht Kreisfachberater Peter Witt jeden Tag.
Er ist Kreisfachberater für Kleingärtner und schult all jene Fachberater, die in den 18 Kleingartenvereinen im Kreis Stormarn Tipps über den Gartenzaun geben. Die informieren in Sachen Pflanzenschutz, Düngung, Bodenbearbeitung. Zwei davon im Kleingärtnerverein Glinde.
Auch Witt, der hier außerdem Vereinsvorsitzender ist, hält die Augen offen, wenn er durch den Amselweg und Drosselstieg unterwegs zu seinem eigenen Garten ist. Dann sieht er nicht nur die Idylle sondern auch Leute, die mit grünen Abfällen zum Friedhof schleichen oder Bäume, deren Fruchttriebe abgeschnitten sind. „Und die wundern sich dann, dass die Bäume keine Früchte tragen.“
Dann erklärt er den Gartenbesitzern, wo man die Säge ansetzt oder wie man aus Gartenabfällen einen Kompost anlegt, anstatt im Baumarkt Dünger zu kaufen. Die meisten bringen eine Handvoll Erfahrung und Grundkenntnisse mit. „Wer sich für einen Kleingarten interessiert, sieht erst einmal nur die Idylle“, sagt der 62-Jährige. Da sei es gut, wenn jemand beratend zur Seite steht.
Mit erhobenem Zeigefinger wird man aber weder ihn selbst noch die beiden Fachberater durch den Garten gehen sehen, betont Witt.
Seit 13 Jahren ist der ehemalige Betriebsleiter Kreisfachberater, er liest Fachliteratur, besucht Bundesschulungen und leitet Fortbildungen. Seine Philosophie: nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung. Im eigenen Garten sind die Beete mit Nummern versehen. Damit man dort innerhalb von drei bis vier Jahren nicht das Gleiche anpflanzt. Das beheizte Gewächshaus ist das ganze Jahr über in Betrieb, Witt kommt an 365 Tagen hierher. „Ich bin ein begeisterter Gemüsebauer.“ Vor 30 Jahren hatte er seinen ersten Kleingarten.
„Heute sind immer mehr junge Leute dabei“, sagt Witt. Manche bleiben nur für zwei, drei Jahre. „Die Durchschnittsaufenthaltsdauer ist etwa 40 Jahre.“
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