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Ein Spiel, das im Ernstfall Leben rettet

Glinde. Kein Hasenbraten der Welt könnte Lotta jetzt von ihrer Arbeit abhalten. Denn vor ihr im Wald ist etwas, das viel spannender ist als alle Leckerli zusammen: ein Mensch mit ihrem Spielzeug.
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Lotta kann Leben retten.
Foto: Annett Habermann
Lotta kann Leben retten.

„Such und hilf!“

Gespannt steht die Mischlingshündin neben Nicole Schulz an einem Waldstück am Papendieker Redder. Am Brustgeschirr mit dem ASB-Zug ein Glöckchen, das plötzlich laut bimmelt, als Nicole Schulz ihrem Hund „Such und hilf“ zuruft. Lotta ist wie der Blitz im Wald verschwunden, das Glöckchen wird immer leiser, Lotta sucht den Wald ab. Der Bordercollie-Mix gehört zur Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Stormarn. Bei der Suche nach verwirrten Senioren, verletzten Reitern und Kindern, die sich verlaufen haben, ist nichts so effektiv wie eine Hundenase. „Der Hund kann in zehn bis 15 Minuten ein Gebiet von 30.000 Quadratmetern absuchen“, sagt Nicole Schulz.
Die 37-Jährige aus Oststeinbek leitet die Staffel, in der zurzeit 13 Rettungshundeteams, bestehend aus einem Hund mit Hundeführer, ausgebildet werden. Engagierte Menschen aus Glinde, Oststeinbek, Wentorf und Hamburg, die zwei bis dreimal die Woche mit den Hunden trainieren, bei jedem Wetter. „Im Einsatz können wir uns das Wetter ja auch nicht aussuchen“, sagt die Staffelleiterin.

Lotta bellt

Sie gehört mit ihren Hunden zu den Weltbesten. Am Wochenende fährt die Oststeinbekerin mit der Nationalmannschaft nach Italien zur Rettungshunde-Weltmeisterschaft. Doch auch die Besten müssen regelmäßig üben. Aus dem Wald ist nach kurzer Zeit lautes, anhaltendes Gebell zu hören. Lotta ist fündig geworden. Hinter einem Gebüsch liegt eine Frau, bewegungslos, mit dem Gesicht nach unten. Lotta bellt so lange, bis das vermeintliche Opfer aufspringt und mit ihr spielt – es ist ihre Belohnung. Andere Hunde werden mit Fleischwurst oder Hühnerherzen belohnt. „Für den Hund ist das alles ein Spiel“, sagt Nicole Schulz. Im Ernstfall kann dieses Spiel aber Leben retten. Wie im vergangenen September in Nordrhein-Westfalen, als ein Rettungshund die entführte, neunjährige Kassandra in einem Gully entdeckte.
Im Team von Nicole Schulz gibt es sieben geprüfte Hunde. Einer davon fand vor zwei Jahren einen älteren Herrn, der hilflos im Wald lag. Gerade rechtzeitig, denn der Mann war vermutlich unterzuckert auf einem Spaziergang zusammengebrochen.
  • Bisher trainierte die Staffel vor allem in Bad Oldesloe. „Jetzt wollen wir unseren Standort mehr nach Glinde verlagern“, so die Staffelleiterin. Außerdem suchen sie ein eingezäuntes Trainingsgelände mit mindestens 2000 Quadratmetern.
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