Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/glinde/article78324/24_Torten_und_ein_Deutztraktor.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

24 Torten und ein Deutztraktor

Glinde. Renate Göbel (75) und Renate Ostrowsky (67) sind ein gut eingespieltes Duo. Die beiden Damen haben die Schicht von 14 Uhr bis 15.30 Uhr am Kuchenbasar übernommen. In 90 Minuten füllen sie da rund 350 Tassen mit Kaffee, teilen 24 selbst gebackene Kuchen und Torten in gleichmäßige Stücke, geben Schlagsahne oben drauf, kassieren das Geld.
Der 20 Monate junge Tim Ahrens sitzt stolz am Lenkrad eines 59 Jahre alten Deutztraktors. Er ist mit seinen Eltern aus Reinbek zum Mühlenfest gekommen.
Foto: Alexander Landsberg
Der 20 Monate junge Tim Ahrens sitzt stolz am Lenkrad eines 59 Jahre alten Deutztraktors. Er ist mit seinen Eltern aus Reinbek zum Mühlenfest gekommen.
Fleißige Helfer: Renate Göbel (re.) und Renate Ostrowsky.
Foto: Alexander Landsberg
Fleißige Helfer: Renate Göbel (re.) und Renate Ostrowsky.
„Der Kuchen“, sagt Renate Göbel, „schmeckt hier einfach anders, der vom Bäcker jeden Tag gleich“, und nimmt schon die nächste Bestellung entgegen. Selbst gemacht statt nachgemacht – damit punktet der Heimat- und Bürgerverein auch bei seinem 23. Mühlenfest am Sonnabend. Für viele Glinder der Höhepunkt im Veranstaltungskalender. Und das, obwohl es auf der Mühlenwiese dann keine Fahrgeschäfte, keine Losbuden, keine Zuckerwatte gibt. Dafür aber einen Country-Musiker, einen 59 Jahre alten Deutztraktor und eine historische Wassermühle. Wolf-Dieter Bode verschafft sich derweil einen Überblick, schüttelt Hände: „Es läuft alles“, sagt der Vereinsvorsitzende und Cheforganisator zufrieden. Dafür haben er und seine zahlreichen Helfer in den vergangenen acht Wochen auch einiges getan. Die Zahl der Besucher zu schätzen, das fällt Bode schwer: „500 bis 1000 sind realistisch“, sagt er.
Bäckermeister Manfred Meyns hingegen hängt schon ein wenig schief auf der Holzbank. Er ist müde, schließlich ist er seit Mitternacht auf den Beinen. Auch die Hitze macht ihm zu schaffen. Meyns hat den heißesten Platz auf dem Mühlenfest neben dem Lehmbackofen. „Gut 350 Grad Celsius hat der“, sagt er. Wie immer wird auch auf dem diesjährigen Mühlenfest nach alter Manier und Rezeptur gebacken. 42 Laibe duften vor sich hin. Insgesamt 20 Kilogramm Roggen- und Weizenmehl, 500 Gramm Hefe, 600 Gramm Salz und acht Kilogramm Sauerteig hat Meyns bis zum Nachmittag bereits verarbeitet. Die ofenwarmen Mischbrote gehen weg wie warme Semmeln. „Wegen der leckeren Kruste“, weiß der Bäckermeister.
Noch kein Kommentar abgegeben

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008