Müllverbrennung
Steht MVA in Stapelfeld vor dem Aus?
Donnerstag, 5. August 2010 20:23
- Von Undine Brandt
Stapelfeld. Womit heizen 440 Haushalte in Stapelfeld von 2016 an? Diese Frage beschäftigt Bürgermeister Jürgen Westphal. Derzeit werden die Stapelfelder mit Fernwärme von der Müllverbrennungsanlage (MVA) vor ihrer Haustür versorgt.

Foto: Torsten Borchers
Die Verträge zwischen dem Betreiber der Anlage, einer E.on-Tochter, und den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie Hamburg laufen aber Ende 2016 aus.
Wie es dann weitergeht, ist ungewiss. Bis Ende 2011 haben die drei Vertragspartner noch Zeit, zu entscheiden, wo sie zukünftig ihren Restmüll verbrennen lassen. Doch solange will Westphal nicht warten: „Schließlich müssen wir uns um Alternativen Gedanken machen.“ Auch 4000 Wohnungen in den Hamburger Stadtteilen Rahlstedt und Farmsen sowie die Gewerbegebiete Höltigbaum und Merkurpark werden von Stapelfeld aus mit Fernwärme versorgt.
Doch drängen lässt sich Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH), nicht. Sein Unternehmen lässt jedes Jahr etwa 100.000 Tonnen Restmüll aus den Kreisen Lauenburg und Stormarn in Stapelfeld verbrennen. „Wir werden den Markt beobachten und dem Aufsichtsrat eine Empfehlung geben“, so Kissel. Wie die lautet, das könne er momentan nicht sagen. Die Auswahl ist groß, Kapazitäten fast überall frei. Möglich sei, dass die Empfehlung Lübeck, Hamburg, Neustadt, Kiel oder weiter Stapelfeld heißt. „Das ist eine rein betriebswirtschaftliche Rechnung. Prinzipiell können wir den Müll auch nach Bayern fahren, wenn das günstiger ist.“
Doch weniger von der Entscheidung des AWSH-Aufsichtsrats als von der Hamburger Stadtreinigung dürfte laut Kissel die Zukunft der Müllverbrennungsanlage abhängen. Schließlich lässt die Hansestadt dort doppelt soviel Müll verbrennen. Wie lange noch ist ungewiss, schließlich kann Hamburg den Müll auch in den Anlagen Borsigstraße, Rugenberger Damm und Stellinger Moor entsorgen.
Noch ist Rüdiger Bösing, kaufmännischer Geschäftsführer in Stapelfeld, nicht beunruhigt: „Dann müssten wir erneut ausschreiben“. Nur ist „kommunaler Müll“ auch anderswo sehr begehrt. Derzeit ist Stapelfeld jedenfalls ausgelastet. Das war im Winter noch anders. Doch seitdem das Wetter besser und die Wirtschaft wieder angesprungen ist, läuft die Anlage auf Hochtouren.
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