Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/glinde/article77664/Grossbrand_auf_Reiterhof.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Großbrand auf Reiterhof

Havighorst. Es ist 23.26 Uhr, als in der Nacht zu Montag bei Tino Spamer der Feuerwehrpieper Alarm schlägt: Großbrand an der Boberger Straße 14. Als der Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Havighorst mit 72 weiteren Kameraden aus Havighorst, Oststeinbek und Hamburg am Einsatzort eintrifft, brennt das mehr als 100 Jahre alte Haus bereits lichterloh, schlagen die Flammen meterhoch aus dem Dach.
Zurück Bild 1 von 2 Weiter
Der alte Reitstall in Havighorst brennt wie Zunder. Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Dach, als die Feuerwehr bei dem ehemaligen Reiterhof eintrifft. Das Haus stand seit Jahren leer. In der kommenden Woche soll die Ruine endgültig abgerissen werden.
Foto: Christoph Leimig
Der alte Reitstall in Havighorst brennt wie Zunder. Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Dach, als die Feuerwehr bei dem ehemaligen Reiterhof eintrifft. Das Haus stand seit Jahren leer. In der kommenden Woche soll die Ruine endgültig abgerissen werden.
Es ist der ehemalige Reiterhof Carstens, der bis auf die Grundmauern niederbrennt. Die nur wenige Meter entfernten Reihenhäuser müssen evakuiert werden, die Anwohner werden in Sicherheit gebracht, Scheiben gehen durch die Hitze zu Bruch. Noch bis Montagvormittag waren die Feuerwehrleute mit dem Löschen beschäftigt.
Pferde allerdings gab es hier schon lange nicht mehr. Genauso wenig wie Menschen. Wohnhaus und Stall standen seit Jahren leer und waren dem Verfall preisgegeben. Die Scheiben waren eingeworfen, aus den Löchern wehten Gardinen, der einsturzgefährdete Hof war mit einem Bauzaun gesichert.
Die vierköpfige Besitzerfamilie war bereits vor drei Jahren ausgezogen – nachdem das Anwesen in Flammen aufgegangen war. Damals ermittelte die Polizei einen technischen Defekt als Brandursache. „Der ist diesmal wohl auszuschließen, weil Strom und Gas nach dem ersten Brand abgeklemmt wurden“, sagt Tino Spamer. Brandstiftung könne daher nicht ausgeschlossen werden, die Kripo sicherte Montagmorgen Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen.
„Gegen Brandstiftung war das Haus nicht versichert“, weiß Khaled Jeschke. Der 42-jährige Billstedter verwaltet den einstigen Reiterhof für seinen Onkel in Saudi Arabien, Ahmed Bin Afifi. Der hatte das mehr als 2000 Quadratmeter große Anwesen gekauft.
„In der kommenden Woche sollte eigentlich mit dem Abriss begonnen werden“, sagt Jeschke. Die Genehmigung gibt es bereits, der Bagger ist bestellt. Der saudische Geschäftsmann verdient sein Geld als Großhändler mit Lebensmitteln und soll in vielen Teilen der Welt – unter anderem in Marokko, Syrien, Damaskus und Jemen – Immobilien besitzen. Mit dem Grundstück in Havighorst hat er große Pläne, berichtet sein Neffe. So sollen unter anderem ein Vier-Etagen-Haus mit 13 Zwei- und Dreizimmerwohnungen sowie vier Einfamilienhäuser gebaut werden. Zuerst kommt die Ruine weg, dann werden die Bäume gefällt und dann geht es mit dem Neubau los. Wenn alles gut geht, so der Hamburger, stehen in fünf Monaten die ersten Häuser.
Das freut Hans-Joachim Vorbeck, stellvertretender Bürgermeister. „Die Ruine am Ortseingang ist der Gemeinde schon lange ein Dorn im Auge. Wir hatten schon befürchtet, dass sie ein zweiter Gasthof Behn wird.“ Damit dies nicht passiert, hatte die Politik noch vor der Sommerpause in einer Sondersitzung ihr Okay zu den Bauplänen gegeben.
1 Kommentar
Mayer meint:
Vier-Etagen-Haus mit 13 Zwei- und Dreizimmerwohnungen in Havighorst, ja sach mal spinnen die!!!
Das würde das ganze Bild von Havighorst ruinieren.

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008