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Herbe Enttäuschung: Allianz kommt nicht

Oststeinbek. Nach wochenlangem Warten nun die große Enttäuschung: Die Allianz AG kommt nicht nach Oststeinbek. Sie bleibt in Hamburg. Das teilte Personalvorstand Dr. Wolfgang Brezina am Donnerstag offiziell dem stellvertretenden Bürgermeister Hans-Joachim Vorbeck am Telefon mit.
Allianz rechnet mit weiteren Abschreibungen wegen Finanzmarktkrise
Foto: DPA
Der Versicherungskonzern erteilt Oststeinbek eine Absage und bleibt in Hamburg.
„Der Traum ist geplatzt“, sagt der CDU-Politiker. Mehr als ein Jahr lang haben Politik und Verwaltung Hand in Hand gearbeitet als es darum ging, die Vorbereitungen für eine Bebauung des 45.000 Quadratmeter großen Grundstückes nördlich des Breedenweges zu treffen. Hier sollte ein Bürokomplex für rund 2000 Angestellte entstehen. „Für die Entwicklung Oststeinbeks ist das eine große Chance“, betonte Bürgermeister Karl Heinz Mentzel stets.
Doch nun zieht der Versicherungskonzern bei der Standortsuche die Hansestadt vor und wird in die ehemaligen Esso-Hochhäuser in der City Nord einziehen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war laut Vorbeck, dass sich der Investor und die Allianz bei der Mietdauer nicht einigen konnten. Die sei nun in Hamburg kürzer, die Miethöhe geringer, so dass am Ende der Konzern trotz höherer Gewerbesteuern noch Geld spare. In Hamburg liegt der Hebesatz bei 440 Prozent, in Oststeinbek bei 275 Prozent.
Die Gründe will der Investor Marcus Scheck, Geschäftsführer der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft, nicht kommentieren. Bis zum Schluss ist Scheck davon ausgegangen, dass die Allianz in seinen Bürokomplex einzieht. Dass das jetzt nicht der Fall ist, treffe ihn persönlich hart. „Mehr als zwei Jahre haben wir uns mit dem Projekt beschäftigt. Da sind Kosten von mehr als einer Million Euro entstanden. Das Geld ist praktisch versenkt. “
Ins Wanken geriet die Allianz erst, als sich Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust bei der Standortsuche einschaltete und das lukrative Angebot unterbreitete.
Die Entscheidung sei sehr knapp ausgefallen, heißt es in der gestern veröffentlichten Pressemitteilung der Allianz. Es gab ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“ zwischen der Neubauoption und dem Hamburger Gebäude am Kapstadtring aus den späten 60er-Jahren. Das steht derzeit leer und muss aufwendig saniert werden. Ein Umzug der 1400 Angestellten vom Großen Burstah in die City Nord ist im zweiten Halbjahr 2012 geplant.
Jens Schulski vom Allianz-Betriebsrat ist mit der Wahl zufrieden: „Wir wären zwar gern in der Innenstadt geblieben. Doch in der City Nord gibt es wenigstens Infrastruktur, um zwischendurch noch etwas einzukaufen.“
Was nun mit der Fläche in Oststeinbek passiert, ist noch unklar: „von gar nichts über Wohnbebauung bis zum Mischgewerbe ist alles offen“ , sagt Vorbeck.
3 Kommentare
Investor meint:
Bitte den Kopf nicht hängen lassen, dem Osten von Hamburg gehört langfristig die Zukunft. Es werden sich nur andere Projekte auftun.
DerOptimist meint:
Und für die City Nord ist es auch eine gute Entwicklung. Vielleicht werden einige Geschäfte dann wieder mit Leben gefüllt.
Jan Hüppe meint:
Als Hamburger Bürger kann man das nur begrüßen - der Gewerbesteuerzahler Allianz bleibt in der Stadt und die Arbeitnehmer bei der Allianz freuen sich auch, weil der neue Standort für sie attraktiver ist.

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