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Google sammelt weiter Daten

Glinde. Durch die Straßen von Glinde schlendern und dabei nicht einmal das Haus verlassen – das Onlineprogramm Google Street View macht es möglich. Dafür war der Internetgigant in den vergangenen zwei Jahren in ganz Deutschland unterwegs, hat alle Straßen, Häuser, vorbeifahrende Autos und Fußgänger fotografiert.
Google Street View Auto in Bergedorf
Foto: Axel Werner/bz
Ein Google-Auto auf Fototour.
Jetzt kündigt Google an, noch einmal im Landkreis Stormarn unterwegs zu sein und Restbilder zu machen. „Wann Google wo genau seinen Wagen mit der aufgesetzten Kamera durchschickt, verraten sie nicht“, sagt Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Fest steht aber, dass der Großteil der Städte und Gemeinden bereits abfotografiert ist. Das habe ein Google-Mitarbeiter im jüngsten Rechts- und Innenausschuss des Kieler Landtages bestätigt.
Google-Projekt "Street View"
Foto: dpa
So sieht eine Spezialkamera von Google-Streetview aus.Sie ist auf dem Autodach montiert.
Dort kündigte Google auch an, noch in diesem Jahr seine gesammelten Bilder online zu stellen. Wer nicht möchte, dass sein Haus, Auto oder möglicherweise auch er selbst von Internetnutzern weltweit angesehen werden kann, sollte schon vor der Veröffentlichung schriftlich Widerspruch einlegen. In dem Schreiben sollte die Adresse und möglichst konkret das Grundstück, die Gebäude und Autos benannt werden. Einen Musterwiderspruch hat das Datenschutzzentrum auf seiner Homepage unter www.datenschutzzentrum.de eingestellt. Der Vordruck kann auch an der Information im Rathaus, Markt 1, abgeholt werden. Eine zeitliche Frist ist nicht einzuhalten. Der Widerspruch ist per E-Mail zu richten an: streetview-deutschland@google.com oder per Brief an: Google Germany GmbH, Betreff Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg. Mehrere 10.000 Bürger haben von ihrem Recht bereits Gebrauch gemacht, weiß Weichert.
Was ihn allerdings noch mehr beunruhigt, ist die Tatsache, dass Google gleichzeitig flächendeckend WLAN-Netze erhoben und gespeichert hat. Das habe das Unternehmen inoffiziell bestätigt. Brisant: „Mit diesen Daten können Mobilfunkgeräte und Computer lokalisiert werden. Das kann sinnvoll sein, um die nächste Pizzeria in der Stadt ausfindig zu machen, birgt aber auch gewisse Risiken in sich. Vor allem dann, wenn die WLAN-Netze unverschlüsselt sind und geheime Daten wie Überweisungen damit ausgeführt werden“, so Weichert. Google behaupte zwar, die Daten derzeit nicht veröffentlichen zu wollen. „Doch allein die Tatsache, dass sie im Geheimen erhoben und in den USA gespeichert werden, beunruhigt mich“, sagt der Datenschutzexperte.
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