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Neustart für eine Großfamilie

Glinde. Einen wichtigen Schritt in die Zukunft machte am Freitag die Großfamilie Westphal: Sie feierte Richtfest an der Stelle, an der sie in der Nacht zum 14. Dezember ein Flammeninferno überlebte.
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richtfest
Foto: Susanne Tamm
Der Rohbau am Papendieker Redder steht. Zimmerleute feiern Richtfest.
Der Großonkel der Familie (77), der das Feuer gelegt hatte, kam in den Flammen um. Zwei Familien mit insgesamt drei Söhnen und die Großmutter Rita Westphal verloren bei der Tragödie in der Vorweihnachtszeit alles, was sie hatten.
„Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er das Benzin auf der Treppe verschüttet hätte“, sagte Anja Westphal (46) am Freitag noch mit Schaudern. Noch heute spreche sie oft über den Brand. Ihre Schwiegermutter hingegen verrät: „Ich verdränge alles, was noch hätte passieren können.“ Mit traurigem Kopfschütteln fügt die 70-Jährige hinzu: „Mein Bruder hatte mir sogar angekündigt, was er vorhatte – aber ich habe nicht geglaubt, dass er es wahr machen würde.“ Jetzt könne sie es kaum abwarten, wieder in das Haus einziehen zu können.
Doch noch ist es nicht so weit: „Mit Gunst und Verlaub!“, rief Max Johnsen, Auszubildender Zimmermann, gestern vom Dach. „Was des Feuers Wut zerstört, hat uns Gott aufs neu beschert.“ Und als er zum ersten Mal das Glas hob, fragte Lennard (10) keck: „Warum bekommt denn nur der was zu trinken?“ Gemeinsam mit seinem Cousin Marius (9) tobte er über die Baustelle. Der kleine Marcel (5) wurde von Verwandten gehütet. Doch sie haben das Erlebte noch lange nicht verarbeitet, wie Anja Westphal berichtet: „Mein Kleiner hat große Angst vor allem, was mit Feuerwehr zu tun hat.“
Eine großer Trost war für die Familie in der Zeit der Not die große Hilfsbereitschaft, die ihnen von allen Seiten entgegengebracht wurde: „Das war wirklich enorm“, sagte Wolfgang Westphal. Deshalb ist es ihnen wichtig, nochmals allen Nachbarn und Glindern zu danken, die ihnen geholfen haben. Zum Glück habe auch die Versicherung gezahlt, weil der Brandverursacher nur Mieter seiner Wohnung war.
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