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Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Oststeinbek. Je mehr sich Peter Drygalla mit der Vergangenheit beschäftigt, umso froher ist er, in der heutigen Zeit zu leben. Der Oststeinbeker ist begeisterter Hobbyforscher und Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Vereins für Familienforschung.
Peter Drygalla mit einem  Stammbaum.
Foto: Undine Brandt
Peter Drygalla mit einem Stammbaum.
Seit mehr als drei Jahrzehnten ist der heute 59-Jährige der eigenen Familiengeschichte auf der Spur, um zu erfahren wo seine Wurzeln sind, woher er kommt, wie er sagt. Damit ist er einer von wenigen, die früh mit der Ahnenforschung begonnen hat. „Die Meisten setzten sich erst im Rentenalter mit der eigenen Geschichte auseinander. Doch dann ist es meist zu spät, weil es niemanden mehr gibt, den sie aus ihrer Familie fragen können.“
Drygalla war Ende 20, als er die ersten Informationen aus in den Familienbüchern zusammengetragen hat. Mittlerweile sind daraus zwei volle Ordner geworden. Dafür hat er zahlreiche Archive aufgesucht, in vielen Kirchenbüchern gelesen und ist in verschiedene Länder gereist. „Die Familie meines Vaters stammt aus Polen, mein Vater hat in Namibia gelebt, die Schwestern meiner Mutter sind nach Amerika ausgewandert“, sagt Drygalla. In diesem Jahr wird er eine Nichte seines Vaters in Kanada besuchen. Auch habe er herausgefunden, dass es in seiner Familie einen Wilddieb gab, der bei einem Duell mit einem Förster ums Leben kam, und dass sein Ur-Ur-Urgroßvater als Dorfschullehrer mit Frau und fünf Kindern in einem Raum wohnte, der sowohl als Klassen-, Schlaf- und Wohnzimmer diente. „Die Lebensumstände müssen sehr beschwerlich gewesen sein.“
Wie Drygalla forschen derzeit rund 300 weitere Menschen in dem Verein über ihre Ahnen. „Unsere Mitglieder leben auf der gesamten Welt – von Dänemark über Kanada bis nach Australien.“ Übers Internet sind alle miteinander vernetzt, tauschen Informationen aus und helfen sich gegenseitig weiter, wenn einer glaubt, stecken geblieben zu sein. „Wer Ahnenforschung betreibt, kann dies ein Leben lang tun. Denn fertig ist man nie“, weiß er aus Erfahrung. So gibt es Vereinsmitglieder, die Informationen von 40 Generationen zusammengetragen haben und bei Karl dem Großen gelandet sind.
Der Verein selbst wurde 1948 gegründet, gibt jährlich ein Familienkundliches Jahrbuch heraus und verfügt über eine umfangreiche Bibliothek mit 14.000 Büchern. Sie alle stehen im Landesarchiv in Schleswig. Dort stehen auch rund 1400 privat erfasste Familienchroniken. „Viele befürchten, dass ihre jahrelange Arbeit nach ihrem Ableben im Müll landet, weil sich ihre Nachkommen dafür nicht interessieren.“ Damit der Fall nicht eintritt, sondern das Wissen für die Nachwelt erhalten bleibt, sammelt der Verein die Chroniken, erfasst den Namen des Autors, der Eltern und Großeltern. „Schließlich kann es ja sein, dass ein anderer Ahnenforscher von derselben Familie abstammt“, weiß Drygalla aus Erfahrung. Er selbst wurde kürzlich von jemand Unbekannten angerufen, der wie er einen Ahnen namens Teckenburg aufzuweisen hatte. „Verwandt sind wir, das ist sicher, wir müssen jetzt nur noch den gemeinsamen Stammvater finden.“ Wer selbst eine Chronik verfasst und sie für die Nachwelt gesichert wissen möchte, kann sich an Peter Drygulla unter Telefon (040)7111696 oder direkt an das Landesarchiv in Schleswig unter Telefon (04621) 861800 wenden.
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