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IGS soll gebundene Ganztagsschule werden

Glinde. Die Stadt ächzt unter der Finanzkrise und den dräuenden Investitionen der kommenden Jahre. Die Stadtvertreter haben am Donnerstagabend den Haushalt 2010 verabschiedet, der nur noch mit Hilfe der städtischen Ersparnisse ausgeglichen werden kann.
IGS Glinde
Foto: Susanne Tamm
Die IGS Glinde soll nach den Wünschen der Politiker für alle Schüler verbindlich Ganztagsunterricht geben.
Dennoch sind sich alle Fraktionen einig, dass die Integrierte Gesamtschule (IGS) Glinde – vom 1. August an zur Gemeinschaftsschule Wiesenfeld – gebundene Ganztagsschule werden soll.
Das haben die Politiker jetzt nochmals bestätigt. Denn Bürgermeister Uwe Rehders warnte die Politiker vor den finanziellen Folgen des Beschlusses aus dem Kulturausschuss und hatte das Thema deshalb nochmals auf die Tagesordnung setzen lassen: „Allein die laufenden Kosten der gebundenen Ganztagsschule werden etwa 50.000 Euro pro Jahr betragen.“ Für die steigenden Raumbedarfe würden insgesamt Investitionen von fast 7 Mio. Euro fällig. Außerdem erinnerte er an die Pflichtaufgaben, wie die anstehende Sanierung und den Brandschutz an der IGS.
„Wir sehen diese gebundene Ganztagschule nicht unter finanziellen, sondern unter bildungspolitischen Gesichtspunkten“, sagte Ursula Busch (CDU). „Wir wollen diese Zusage.“ Das Bildungsministerium in Kiel muss den Antrag jetzt prüfen. Auch Werner Braun bekräftigte für die SPD, dass der Ganztagsunterricht für alle IGS-Schüler politisch gewollt sei. Gleichzeitig bezweifelte er, dass das in der Vorlage beschriebene Raumprogramm tatsächlich nötig sei. „Wir wollen diese Chance nicht vertun“, sagte Susanne Böhnert-Tank (Grüne), Vorsitzende des Kulturausschusses. „Wir waren uns der zusätzlichen finanziellen Belastung sehr wohl bewusst.“
Allein Bernd Hengst (CDU) zeigte Verständnis für die Bedenken der Verwaltung und enthielt sich bei der anschließenden Abstimmung.
Schon die Entscheidung für die Anhebung der Grundsteuer hatte er nicht mittragen können. Doch nach Ansicht der Stadtvertreter blieb ihnen nichts anderes übrig. Denn die Stadt plant Aufwendungen in Höhe von über 26 Mio. Euro. Im Stadtsäckel jedoch klafft ein Loch von 2,12 Millionen Euro. Die können noch dem Sparschwein entnommen werden, im Fachjargon des neuen doppischen Haushaltsystems wird dessen Inhalt „liquide Mittel“ genannt. „Dieser Haushalt ist ein Kompromiss“, räumte Bernd Wersel (SPD), Vorsitzender des Finanzausschusses ein. Sein Gremium habe den Haushalt mit zwei Ja-Stimmen und neun Enthaltungen vorgeschlagen.
Die Aussicht auf die kommenden Jahre nannte Dr. Ralf Reck, Fraktionschef der CDU, „nicht hoffnungslos, aber ernst.“ Die liquiden Mittel werden schrumpfen: Laut Verwaltung reichen sie bis Ende 2011.
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