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Bürgerinitiative will Stabsgebäude retten

Glinde. Einwohner befürchten den baldigen Abriss der historischen Stabsgebäude auf dem ehemaligen Depotgelände. Sie haben sich zu einer Initiative formiert.
Bislang war geplant, auf dem Gelände der Stabsgebäude altengerechtes Wohnen zu ermöglichen. Die Bürgerinitiative kämpft zunächst für den Erhalt der Gebäude und die Öffnung für alle Glinder.
Foto: Undine Brandt
Bislang war geplant, auf dem Gelände der Stabsgebäude altengerechtes Wohnen zu ermöglichen. Die Bürgerinitiative kämpft zunächst für den Erhalt der Gebäude und die Öffnung für alle Glinder.
Wenn Susanne Böhnert-Tank aus Richtung Neuschönnigstedt nach Glinde fährt und die beiden weißen Stabsgebäude links stehen sieht, fühlt sie sich zu Hause. „Die haben Identifikationscharakter für die Stadt“, sagt die Grünen-Politikerin. Das sahen die rund 30 Bürger genauso, die sich am Donnerstagabend im Gutshaus zusammengefunden haben, um über die Zukunft der historischen Bauten zu sprechen. Bisher waren Politik und Verwaltung damit einverstanden, dass hier ein Investor altengerechte Wohnungen baut. „Das kann aber auch bedeuten, dass die Gebäude abgerissen werden, sollte sich die Substanz als baufällig erweisen“, sagt Grünen-Vorsitzender Wolf Tank.
Der Abriss soll nun verhindert, der Erhalt mit einer Bürgerinitiative durchgesetzt werden, die gegründet wurde. „Wir wollen die Gebäude für Gemeinwesenarbeit nutzen“, sagt Susanne Böhnert-Tank. Darunter verstehe sie einen Anlaufpunkt für alle Generationen. Denkbar wäre beispielsweise ein Probenraum für Jugendliche, Kunstausstellungen, ein Atelier für die VHS oder eine Kita. „Wir können den geplanten Neubau auf dem ehemaligen Depotgeländes in die Stabsgebäude verlegen.“ Das bringe der Stadt auch wieder Geld ein. Heiko Reimers von der SPD wirft ein: „Bei all der Planung sollte nicht vergessen werden, dass der Stadt weder die Gebäude noch die dazugehörige 3500 Quadratmeter große Grundfläche besitzt.“ Er schätzt die Kosten für den Kauf auf rund eine Million Euro. Da sei eine mögliche Sanierung noch nicht eingerechnet.
„Die Gebäude dürften allerdings in keinem schlechten Zustand sein“, weiß Harald Horst von den Linken. Er kann sich noch gut erinnern, dass die Bundeswehr sie für Millionen sanierte. Das kann auch Grünen-Mitglied Jan Schwartz bestätigen: „Die Bausubstanz ist gut, die Wände sind mindestens 50 Zentimeter dick.“ Für Marietta Exner von der SPD noch ein Grund mehr, für den Erhalt der Stabsgebäude zu kämpfen. „Da sollten wir aber schnell handeln“, rät Wolf Tank. Denn es verdichten sich die Anzeichen, dass die Schonfrist der Gebäude vorbei sei und der Abriss kurz bevorstehe. Er bedauert, dass weder Politik noch Verwaltung bisher etwas unternommen haben.
Hauke Asmussen von der Grundstücksgesellschaft Alte Wache, Eigentümer der Gebäude, sagt: „Die Stadt hatte immer die Möglichkeit, die Gebäude käuflich zu erwerben.“ Er stehe einer anderweitigen Nutzung offen gegenüber, solange sie sinnvoll und wirtschaftlich vernünftig ist.
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