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Klinken putzen für niedrigen Steuersatz

Glinde. Sparen – das ist nicht das Ding von Ulrich Stelling. Der 64-Jährige hat sein Leben lang als Vertriebschef und Immobilienmakler gearbeitet, um es sich im Alter gut gehen zu lassen.
Ronald und Veronique Kromski sind gegen eine Steuererhöhung. Sie unterschrieben auf der Liste von Ulrich Stelling (li.).
Foto: Undine Brandt
Ronald und Veronique Kromski sind gegen eine Steuererhöhung. Sie unterschrieben auf der Liste von Ulrich Stelling (li.).
Doch das sei mittlerweile immer schwerer möglich: „Krankenkasse, Stromversorger, Wasserwerke – alle wollen sie mehr Geld.“ Und nun halte auch noch die Stadt die Hände auf und will die Grundsteuer von 310 auf 350 Prozent heraufsetzen, so Stelling. Stimmen die Stadtvertreter dem Vorschlag zu, müsste er rund 60 Euro mehr im Jahr für sein Haus an der Danziger Straße zahlen. Doch da machen er und seine Partei nicht mit. Ulrich Stelling ist stellvertretender Vorsitzender der FDP in Glinde.
Seit Sonnabend sammeln die Liberalen Unterschriften gegen die geplante Steuererhöhung. Mehr als 300 sind bereits zusammengekommen – bei ihrem Stand auf dem Markt und gestern, als Stelling von Haus zu Haus ging. Einer, bei dem er klingelte, war Ronald Kromski. Stelling musste nicht lange Überzeugungsarbeit leisten, der Eigenheimbesitzer und Familienvater unterschrieb sofort: „Auf meine Wasser- und Stromkosten kann ich Einfluss nehmen und den Verbrauch reduzieren, aber bei der Grundsteuer geht das nicht.“ Die müsse er zahlen für etwas, was schon lange ihm gehöre.
Doch nicht nur Eigenheimbesitzer, auch Eigentümer und Mieter von Wohnungen wären von der Steuererhöhung betroffen. Für Stelling ist das der falsche Weg: „Statt den Bürgern in die Tasche zu greifen, sollte die Stadt nach anderen Wegen suchen, mehr Geld einzunehmen.“ Er setzt auf unternehmerisches Denken und schlägt die Ansiedlung von Firmen und eine bessere Vermarktung der Baugrundstücke auf dem ehemaligen Depotgelände vor. Letzteres sei aber nur möglich, wenn der Steuersatz bleibt, wie er ist. Eine Erhöhung könnte Bürger davor abhalten, nach Glinde zu ziehen, warnt er.
In den nächsten Tagen werden die FDP-Mitglieder weiter an Haustüren klingeln und um eine Unterschrift bitten. Die gesammelten Listen wollen sie in der nächsten Stadtvertretersitzung am Donnerstag, 25. Februar, an Bürgermeister Uwe Rehders überreichen.
Sollte die Aktion dennoch keinen Erfolg haben und die Steuer angehoben werden, überlegt der Rentner ernsthaft, wieder arbeiten zu gehen. An einem Unternehmenskonzept bastelt Ulrich Stelling bereits.
2 Kommentare
Rita Miller meint:
Ach, Herr Stelling... Hat es Ihnen nicht gerreicht hier in Spanien, Aerger und Schande zu verbreiten mit Ihrem Bauunternehmen, dass Sie nun in Deutschland weiter machen muessen?

Sie sagen: „Statt den Bürgern in die Tasche zu greifen, sollte die Stadt nach anderen Wegen suchen, mehr Geld einzunehmen.“
Wann haben Sie sich um die Taschen der anderen gekuemmert?
Peter Meier meint:
Was soll der Unfug, Herr Stelling ? Sie als FDP-Funktionär müssten doch wissen, dass Städte und Gemeinden gezwungen sind, nach zusätzlichen Einnahmequellen zu suchen. Das Milliarden-Steuergeschenk an die Hotel-Konzerne zum Beispiel muss eben auch von Städten und Gemeinden mit finanziert werden. Die Zeche zahlen wir alle, auch die FDP-Wähler - aber das ist nur ein schwacher Trost.

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