Feuerwehrgerätehaus
Platzmangel der Retter könnte bald ein Ende haben
Freitag, 5. Februar 2010 21:00
- Von Undine Brandt
Glinde. Wer mit der Feuerwehr Glinde Brände löschen und Menschen retten möchte, sollte möglichst schlank sein. Denn die Raumverhältnisse hier sind sehr beengt.

Foto: Undine Brandt
Platzmangel im Gerätehaus: 50 Zentimeter misst Michael Weidemann zwischen Einsatzfahrzeug und Spind.
Den Kameraden bleibt weniger als 50 Zentimeter, um sich zwischen Spind und Fahrzeug die Einsatzkleidung anzuziehen und den Helm überzustülpen. Weil der Platz dafür nicht ausreicht, hat Feuerwehr-Chef Michael Weidemann bereits die Dienstordnung geändert: „Hier werden zuerst die Fahrzeuge herausgefahren und dann wird sich umgezogen.“ Brisant: Die Freiwilligen verlieren wertvolle Zeit. Dabei zählt gerade bei ihren Einsätzen jede Minute.
Doch anders ist es im rund 40 Jahre alten Feuerwehrgerätehaus nicht mehr zu machen: „Das Haus platzt aus allen Fugen“, so Weidemann. Und für dieses Problem gebe es nur eine Lösung: Das Feuerwehrgerätehaus muss endlich erweitert werden. Seit Jahren redet sich der Wehrführer den Mund im Rathaus und bei Politikern fusselig. Nun scheint sein Bemühen Früchte zu tragen: Beim jüngsten Finanzausschuss stimmten alle Parteien dem Vorschlag von Bürgermeister Uwe Rehders zu, im Jahr 2011 die Summe von 250.000 Euro für Erweiterung und Sanierung des Gerätehauses zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld reicht zwar noch lange nicht aus, um das gesamte Vorhaben zu finanzieren. Aber es soll der Grundstock sein, um die ersten Spatenstiche zu bezahlen.
Das sah vor ein paar Wochen noch anders aus: Da wollte die Stadt das Vorhaben noch bis ins Jahr 2012 verschieben mit der Begründung, dass die Vorplanungen viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Michael Weidemann ist erleichtert, dass sich alle Beteiligten nun doch für einen früheren Baubeginn entschieden haben.
Die Planungen für das neue Gerätehaus beginnen noch in diesem Jahr. 150.000 Euro sind in den Haushalt eingestellt. Davon soll unter anderem der Architekt bezahlt werden. „Funktionell soll das neue Gerätehaus sein und keineswegs ein Traumschloss“, sagt Michael Weidemann, mit einem eigenen Umkleideraum, einem großen Sitzungssaal und mehreren Toiletten für Männer und Frauen. Letztere sind derzeit mit nur einer Toilette sehr im Nachteil. Sein Traum wäre es, wenn das alte Haus in das neue integriert würde. Denn das hat neben allen Mängeln – wenig Platz, Risse in den Wänden und maroden Wasserleitungen – auch Vorteile: eine finnische Sauna sowie ein Gästezimmer mit drei Doppelstockbetten.
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