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"Wir wollen in dieser Kita bleiben"

Barsbüttel. Die Politik will die Kita Guipavasring in ihrer jetzigen Form schließen. Eltern protestieren gegen die Pläne.
Die Mütter Stefanie Path, April Carmody, Michaela Prée und Steffi Köppen (v.l.) kämpfen für ihre Kinder für den Erhalt der Kita Guipavasring.
Foto: Undine Brandt
Die Mütter Stefanie Path, April Carmody, Michaela Prée und Steffi Köppen (v.l.) kämpfen für ihre Kinder für den Erhalt der Kita Guipavasring.
Zwei Minuten – länger braucht Michaela Prée nicht von ihrem Haus bis zur Kita Guipavasring. Hier bringt sie jeden Morgen ihre vierjährige Tochter hin. Diese Nähe zur Einrichtung sei der Hauptgrund gewesen, nach Barsbüttel zu ziehen, sagt die zweifache Mutter.
Doch nun will die Politik die Einrichtung in ihrer jetzigen Form schließen. Bei Bedarf soll sie privat von Tagesmüttern mit Kindern bis drei Jahren genutzt werden. Einen entsprechenden Antrag brachte die Wählergemeinschaft Bürger für Barsbüttel (BfB) im jüngsten Sozial-, Kultur- und Schulausschuss ein. „Wir haben derzeit ein Überangebot an kommunalen Kita-Plätzen und gleichzeitig ein Defizit bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. In finanziell schwierigen Zeiten wie diesen, können wir es uns nicht leisten, freie Plätze vorzuhalten“, begründet Rainer Eickenrodt, BfB-Fraktions-Vorsitzender den Antrag. Er rechnet vor, dass die Gemeinde allein in diesem Jahr 3,4 Millionen Euro weniger Steuern einnimmt, die laufenden Kosten nicht gedeckt werden können und Barsbüttel seine Reserven anbrechen muss.
„Es kann doch nicht sein, dass der Haushalt zu Lasten der Kinder saniert wird“, sagt Stefanie Path verärgert. Die dreifache Mutter ist Elternvertreterin und möchte, dass ihre zweijährige Tochter, wie ihr vierjähriger Sohn, ab diesem Sommer in die Kita geht. Doch nach den Wünschen der Politik werden von August an keine neuen Kinder mehr aufgenommen, der Kita-Betrieb würde spätestens 2013 auslaufen.
Für Path würde das bedeuten, dass sie ab Sommer morgens vor der Arbeit drei verschiedene Stationen anfährt – die Grundschule für die Große, die Kita Guipavasring für den Mittleren und eine der vier anderen Einrichtungen in Gemeindehand von Barsbüttel. „Im schlimmsten Fall muss ich bis nach Stellau oder Willinghusen“, so Path. Doch das will weder sie, noch wollen das die anderen Mütter. Sie wollen ihre Kita behalten. „Die Überschaubarkeit und familiäre Atmosphäre hier ist einmalig“, sagt April Carmody. Ihr Sohn habe sich hier sofort wohl gefühlt.
Unterstützung bekommen die Mütter von der SPD-Fraktion: „Unser Ziel war, die Entfernung zwischen Wohnort und Kita gering halten. Das sollten wir nun nicht verwerfen“, ist Fraktionsvorsitzender Hermann Hanser überzeugt.
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