Erstes Zeugnis
Weiche Kuscheltiere statt strenger Noten
Donnerstag, 28. Januar 2010 19:52
Glinde. Computer wird mit C und Giraffe mit G geschrieben – das haben Lulu Fabian und Jannis Barthelt bereits gelernt. Das erste Halbjahr geht heute zu Ende.

Foto: Undine Brandt
Sie haben das erste Halbjahr an der Schule mit Bravour gemeistert. Dafür erhalten Lulu Fabian und Jannis Barthelt zusammen mit ihren Mitschülern heute eine Urkunde.
Doch statt eines Zeugnisses, wie es ihre Eltern noch bekamen, werden die beiden Erstklässler mit einer Urkunde nach Hause gehen. Darauf sind die Tiere aus dem Zauberwald gedruckt, die stolz darauf sind, wie viel jeder einzelne schon gelernt hat.
„Die Tiere – ein Tiger, eine Raupe, ein Vogel und eine Eule – begleiten die Kinder durch die ersten zwei Schuljahre. Mit ihnen lernen sie lesen und schreiben“, erklärt Daniela Glunz, Lehrerin an der Grundschule Tannenweg. So eine Urkunde sei doch viel motivierender als Noten. Angst komme damit nicht auf. Sie selbst kann sich noch gut an ihre Vier in Mathe erinnern, und daran, wie kränkend sie die fand.
Noten vergeben die Lehrer nun erst ab Klassenstufe drei. Damit soll verhindert werden, dass die Kinder früh unter Druck gesetzt werden. „In der ersten Zeit steht nicht die Lernleistung im Vordergrund. Das Kind soll sich an den Schulalltag gewöhnen, lernen, Pausen einzuhalten und sich erst zu melden und dann zu reden“, so Glunz. Zeugnisnoten seien zudem auch deshalb nicht sinnvoll, weil die Kleinen in kurzer Zeit enorme Entwicklungssprünge durchmachen.
„Dennoch wollen auch die Kinder wissen, wo sie stehen“, weiß Lehrerin Simone Heyde. „Für erledigte Aufgaben gibt es daher Punkte.“ Damit lernen Kinder, ihre Leistung einzuschätzen.
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