Heizwerk läuft 2011 an
Hier entsteht Wärme für Neuglinder
Donnerstag, 19. November 2009 20:50
- Von Undine Brandt
Glinde. Nicht mehr lange und die ersten Umzugslaster rollen an, und Neuglinder beziehen die gerade fertiggestellten Häuser im Baugebiet „An der alten Wache“. Das Heizwerk, das das Wohngebiet mit Wärme versorgen soll, wird dann allerdings noch nicht fertig sein.
„Mit dem Bau beginnen wir erst im kommenden Herbst. Spätestens Anfang 2011 wird es den Betrieb aufnehmen“, sagt Stefan Harders, Mitarbeiter des Energieversorgers Dalkia.
Frieren müssen die Erstbezieher dennoch nicht, denn seit Anfang November hat das Unternehmen ein provisorisches Heizwerk in dem Neubaugebiet aufgebaut. Statt mit Holzpellets, Biogas und Heizöl wird hier nun Wärme mit Heizöl erzeugt. Dafür hat das Unternehmen auf dem Parkplatz zwei Container – einen für die Technik, den anderen für das Heizwerk – sowie einen Öltank mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern aufgestellt.
„Damit werden die ersten sechs Wohneinheiten in den nächsten Wochen mit Wärme versorgt“, so Harders. Je nach Fertigstellung kommen weitere hinzu. Bisher seien alle Häuslebauer Kunden bei Dalkia. Der Energieversorger verspricht, mit dem Heizhaus rund 750 Wohneinheiten – etwa 2000 Menschen – mit Wärme versorgen zu können.
Dennoch müssen nicht alle Neuglinder im Neubaugebiet Dalkia-Kunden werden. Der Energieversorger verspricht aber, günstiger als Mitbewerber zu sein. Möglich sei das nur, so Harders, weil die Investitionskosten subventioniert sind. Neben Wärme wird in dem Heizhaus auch Strom erzeugt, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Der Gewinn daraus kommt den Endverbrauchern wieder zugute.
Das Heizwärmenetzwerk im Neubaugebiet wurde eigens für Glinde entworfen. Aus 90 Prozent erneuerbaren Rohstoffen wird hier Wärme erzeugt – jeweils 45 Prozent nehmen dabei Biogas und Holzpellets ein, die restlichen zehn Prozent fallen auf das Heizöl. Der Heizölkessel wird aber nur hochgefahren, wenn es besonders kalt draußen ist.
Das Heizhaus mit einer Länge von zwölf Metern, einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von fünf Metern wird etwa in der Mitte des ehemaligen Depotgeländes stehen. Damit auch das hinterste Haus ans Netz angeschlossen werden kann, wurden 7,5 Kilometer Leitungen verlegt.
Neben dem Heizwerk sind ein Kindergarten auf der einen Seite und ein Einfamilienhaus auf der anderen Seite geplant. Über zu viel Lärm werden sich die Anwohner nicht beschweren können, verspricht Harders, das Gebäude wird gedämmt, von den Motoren wird nichts zu hören sein. Lediglich bei den Lieferungen der Holzpellets und des Öls könnte es Schwierigkeiten geben. Im Winter wird der Laster vier- bis fünfmal pro Monat vorfahren, im Sommer ein- bis zweimal, teils aber auch gar nicht.
Bergedorfer Zeitung Online
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