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Kein weiteres Kinderhaus in Glinde

Glinde/Bargteheide. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB), Kreisverband Stormarn, wird kein weiteres Kinderhaus in Glinde aufbauen. Das hat dessen Vorstand auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Begründet wird dieser überraschende Schritt damit, dass „in einer andauernden Atmosphäre des Misstrauens und der Konkurrenzangst eine konstruktive Zusammenarbeit nicht möglich“ sei.
Der "Togohof" war als Gebäude für ein weiteres Kinderhaus im Gespräch. Derzeit ist hier eine Obdachlosenunterkunft.
Foto: Jörg Ahrent
Der "Togohof" war als Gebäude für ein weiteres Kinderhaus im Gespräch. Derzeit ist hier eine Obdachlosenunterkunft.
Und Birgitt Zabel, Vorsitzende des DKSB Stormarn, ergänzt: „Das ist um so bedauerlicher angesichts der Tatsache, dass auch wir für Glinde einen hohen Bedarf an Hilfen für Kinder und Familien feststellen, der weitere Unterstützungsleistungen erfordert.“
Monatelang hatte sich der Kinderschutzbund darum bemüht, in Glinde die Rahmenbedingungen für den Aufbau eines Kinderhauses zu schaffen. „Wir haben fast ein Jahr lang in vielen Gesprächen versucht, unser Engagement darzustellen, Ängste und Befürchtungen zu zerstreuen“, sagt Ingo Loeding, Geschäftsführer des DKSB-Kreisverbands. „Wir müssen feststellen, dass uns das nicht gelungen ist.“ Die Umstände vor Ort ließen den vertrauensvollen Aufbau einer weiteren Familienhilfeeinrichtung nicht zu.
Letztlich ausgelöst hat diesen Schritt eine Stellungsnahme von Sönke-Nissen-Park-Stiftung, Arbeiterwohlfahrt (Awo) und Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit (SVS), die auf der Sozialausschuss-Sitzung am 15. September verteilt worden war. In dieser hatten die Unterzeichnenden deutlich gemacht, dass sie keinen Bedarf für ein weiteres Kinderhaus unter der Regie des DKSB sehen. Vielmehr wurde auf das bestehende Angebot der in Glinde aktiven Träger der Kinder- und Jugendhilfe verwiesen und erklärt, dass man selbst in der Lage sei, dieses weiter auszubauen. „In der Schaffung von Parallelangeboten sehen wir für die Zukunft eine problematische Situation“, heißt es in der Stellungnahme weiter.
„Wir bedauern, dass andere, wichtige Träger der Jugendhilfe unser Engagement in Glinde als Konkurrenz zur eigenen Arbeit und im Wettbewerb um finanzielle Ressourcen wahrnehmen“, so Loeding. An keinem der bisherigen Standorte des DKSB in Stormarn sei es bisher zu einem Abbau der Leistungen für Kinder und Familien gekommen. Allerdings räumt Loeding auf Nachfrage ein, dass in Bargteheide, Ahrensburg und Bad Oldesloe kein solches Netzwerk bestand, wie es in Glinde existiert.
In einer ersten Reaktion kritisiert Bürgermeister Uwe Rehders den Schritt des DKSB. „Es wäre sinnvoll gewesen, das Ergebnis der Arbeitsgruppe zum Thema abzuwarten, die der Sozialausschuss eingesetzt hat.“ In der sollte neben Vertretern des sozialen Netzwerks und der Fraktionen eigentlich auch der Kinderschutzbund vertreten sein. Die Arbeitsgruppe werde aber trotzdem tagen. „Der Bedarf an zusätzlichen Angeboten ist ja unstrittig“, sagt der Bürgermeister. Jetzt gehe es darum, Transparenz zu schaffen, was vorhanden sei und wo reagiert werden müsse.
1 Kommentar
gerhard wauker meint:
Der Kinderschutzbund als beleidigte Leberwurst?
"Wenn ich nicht bekomme, was ich will, spiele ich nicht mehr mit." So eine Reaktion erwarte ich in der Sandkiste von den Kleinen, um die es hier geht, aber nicht von denen, die sich als Experten für die Belange der Kinder ausgeben. Wenn der DKSB nicht einmal bereit ist, sich in der geplanten Arbeitsgruppe mit den ausgezeichnet arbeitenden Trägern des Netzwerkes zusammenzusetzen, um ergänzende Angebote - und nur um die kann es in Glinde gehen- zu erörtern, dann kann es mit dem Engagement für die zu fördernden Kinder und Jugendlichen nicht sehr ernst gemeint sein.
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