Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/glinde/article27339/Muessen_Obdachlose_Kinderhaus_weichen.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Müssen Obdachlose Kinderhaus weichen?

Glinde. Wenn es nach dem Kreisverband Stormarn des Kinderschutzbundes geht, müssen die im städtischen Gebäude Togoghof 1 untergebrachten Obdachlosen in absehbarer Zeit umziehen. Der Verein will in Glinde ein Kinderhaus einrichten, hat großes Interesse an diesem Objekt angemeldet.
Zurück Bild 1 von 3 Weiter
Das Objekt der Begierde: Am Togohof 1 sind zurzeit Obdachlose untergebracht.
Foto: Jörg Ahrent
Das Objekt der Begierde: Am Togohof 1 sind zurzeit Obdachlose untergebracht.
Bei der Verwaltung sieht man allerdings keine sinnvolle Alternative für die Obdachlosen-Unterbringung.
Der Kinderschutzbund hatte im vergangenen Jahr entschieden, im südlichen Kreisgebiet aktiv zu werden. Als Standort wurde Glinde auserkoren. Anfang dieses Jahres gab es Gespräche mit den Fraktionen von CDU, SPD und Grünen, bei denen es auch um einen möglichen Standort ging. „Die Sozialdemokraten haben den Togohof 1 ins Gespräch gebracht, woraufhin wir uns das Gebäude angeschaut haben“, sagt Ingo Loeding, Vorsitzender des Kinderschutzbundes Stormarn. „Dort finden wir optimale Voraussetzungen.“ Man sei bereit, einen sechsstelligen Betrag in das Kinderhaus zu investieren.
Bernd Mahns, Leiter des Amts für Bürgerservice, sieht den Wunsch des Kinderschutzbundes skeptisch. „Theoretisch möglich, aber praktisch nicht umsetzbar“, lautet seine Einschätzung. Die Stadt müsse ausreichend Plätze für Obdachlose vorhalten. „Und einen vernünftigen Ersatz für das Haus Togohof 1 sehe ich nicht.“ Zurzeit sind dort zehn Personen untergebracht, für 21 Personen wäre Platz –allerdings auch das nur theoretisch: „Das wäre mit einer Doppelbelegung verbunden, was erfahrungsgemäß zu Problemen führt“, so Mahns.
Wollte man den Togohof 1 freimachen, müssten die dort lebenden Personen in die sogenannten ERP-Häuser an Ellerholz, Wiesenstieg und Knickrehm umziehen. In den kleinen Siedlungshäusern finden bisher ausschließlich obdachlose Familien eine Bleibe. „Eines der fünf Häuser, die der Stadt gehören, ist stark sanierungsbedürftig, soll irgendwann verkauft werden“, erklärt Mahns. In den verbleibenden vier Häusern könnten aktuell zwar alle Obdachlosen untergebracht werden. „Dann hätten wir aber eine hundertprozentige Auslastung, müssten bei Mehrbedarf teure Wohnungen anmieten“, so der Amtsleiter.
Ingo Loeding kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. „Wenn die Stadt einen anderen Standort für die Arbeit des Kinderschutzbundes vorhalten möchte, kostet das auch Geld.“ Letztlich sei es eine politische Entscheidung, wo Glinde Prioritäten setzen wolle. Klar ist für ihn: „So ein Objekt wie am Togohof 1 wird es für uns so schnell nicht wieder geben.“
Noch kein Kommentar abgegeben

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008