Kunst im Bürgerhaus
Form-A(r)t: Zurück zum Realismus
Glinde. 2009 ist ein Kunstjahr: Die Biennale in Venedig und die Documenta in Kassel stehen wieder an. Doch Kunstfreunde wissen, dass sie in Glinde schon "vorglühen" können: Für Freitag, 24. April, bis Sonntag, 26. April, lädt der Kunstverein zur 17. Form-A(r)t, einer Ausstellung von 50 Künstlern aus elf Nationen, ins Bürgerhaus am Markt 2. Von Susanne Tamm
Maler, Bildhauer, Fotografen, Grafiker und Objektkünstler wollen auf der Form-A(r)t insgesamt etwa 2000 Werke präsentieren. Dabei haben die Besucher nicht nur die Möglichkeit, ihr Lieblingswerk zu erwerben, sondern auch mit den Künstlern über ihre Arbeit ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Manch einer fiebert seinem Favoriten entgegen: "Wird er wieder dabei sein?" Doch wie in den Vorjahren gibt es auch viel Neues zu entdecken: 29 Aussteller zeigen ihre Kunst zum ersten Mal, darunter Wandobjekte von dem Polen Krzysztof Borowski aus Papiermaschee, Acrylgemälde von Carolina Villagra-Roth aus Chile oder auch Aquarelle von Patrick Hanke aus Bergedorf.
Als Trend zeichnet sich dieses Jahr noch stärker als im Vorjahr der Schwerpunkt "Realismus" ab: Die neue Gegenständlichkeit setzt sich gegenüber abstrakter Kunstformen immer stärker durch. Das gilt sowohl für ironisch verfremdete Motive, wie beispielsweise in Ivan Gejkos Ölgemälden, als auch für die in altmeisterlicher Manier produzierten Stillleben von Olga und Alexander Gerlach oder die Landschaftsgemälde von Jens-Peter Tschuschke, von denen einige fast wirken wie eine Fotografie. Auch Rainer Stark, Vertreter dieser Kunstgattung, thematisiert das Verhältnis von Realität und Abbildung in seinen Fotos: Er setzt seinen Fokus auf die Oberflächenbeschaffenheit einzelner landschaftlicher Komponenten und erhebt sie so zur Kunst.
Doch die Vielfalt der im Bürgerhaus gezeigten Werke erlaubt auch einen Blick auf andere Stile und Gegenbeispiele: Das Material in seiner Beschaffenheit ist ein weiterer Schwerpunkt, der sich besonders für die Bildhauerei abzeichnet. So fügt sich bei Thomas Lehnigk aus porösem Raseneisenstein und goldglänzendem Metall einerseits sein "Stier" zusammen, andererseits wird durch den Kontrast des Materials genau dieses betont. Inga Carrière zaubert aus Transparentpapier und Zweigen filigrane, schwerelos wirkende Objekte. Aber auch in Ulrike Northings Landschaftsmalerei spielt die plastisch aufgetragene Ölfarbe eine Hauptrolle. Fazit: Auf der aktuellen Form-A(r)t sollte jeder Kunstfreund etwas Interessantes und jeder Interessierte etwas finden, was ihm Wege in die zeitgenössische Kunst eröffnet. Der Eintritt ist frei.
Die Vernissage beginnt am Freitag um 19.30 Uhr mit der Festrede von Bürgermeister Uwe Rehders. Für den musikalischen Rahmen mit lateinamerikanischen Klängen, Swing, Flamenco, Bossanova und Folklore aus Spanien, Ungarn und Südfrankreich sorgt das Gitarrenduo mit Tornado Rosenberg und Freddy Wicke.
An den folgenden Tagen können die Besucher zwischen 11 und 18 Uhr durch die Ausstellung bummeln und haben die Möglichkeit, per Stimmzettel den beliebtesten Künstler zu wählen. Dem Gewinner wird am Sonntag um 16.30 Uhr im Festsaal der Publikumspreis ARThur verliehen, dieses Jahr gestaltet vom Kunstvereinsmitglied Alexander Alkhovski. Wer sich nicht gleich zum Kauf eines Werkes entschließen kann, dem sei der Katalog mit Farbabbildungen (vier Euro) ans Herz gelegt: Dort sind Informationen zu allen Künstlern aufgeführt. Doch auch die Besucher, die ihre Stimme abgegeben haben, sollen nicht leer ausgehen: Unter ihnen wird um 17 Uhr ein Fünf-Gänge-Menü für zwei Personen im italienischen Restaurant "San Lorenzo" verlost.












