Bürgerpreis Bergedorf
Rolf Budde: „Hans Dampf in allen Gassen“
Dienstag, 24. März 2009 20:48
- Von Katja Hardter
Glinde. Die Liste seines ehrenamtlichen Engagements scheint kein Ende zu nehmen: Rolf Budde ist Kommunal-Politiker aus Leidenschaft und belegt seit 1986 ununterbrochen einen Sitz für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung Glinde - seine „Steckenpferde“ sind Bauausschuss und Stadtgestaltung.

Foto: Katja Hardter
Rolf Budde spielt in der Rentnerband Best Agers mit. Dafür komponiert er daheim am Keyboard, gräbt dort als Autodidakt immer neue Songs aus.
Da pinselt er „aus Kostengründen“ schon mal selbst die Friedhofskapelle in einem freundlichen Farbton oder erneuert das alte, morsche Kriegsgräberdenkmal, entwirft ein eigenes moderneres Design aus Marmor. „Nur Taten zählen, ausschließlich daran ist Engagement zu messen“ weiß der 64-Jährige, der bereits zwei Herzinfarkte hinter sich hat.
Als zweiter stellvertretender Bürgervorsteher und als ehemaliger Kreistagsabgeordneter gilt er in Glinde bereits jetzt als legendär. Budde ist ein echter „Hans Dampf in allen Gassen“: Seit 38 Jahren sorgt sich der frühere Raumausstatter als fleißiger „Blaurock“ um den städtischen Brand- und Katastrophenschutz, 30 Jahre davon engagiert er sich zudem bei den Kollegen im Kreis Stormarn, wo er die Hälfte der Zeit als Lehrgangsleiter für Truppführerausbildung bei der Wehr verantwortlich ist. „Mit vier Schulungen jährlich an Wochenenden sowie mit der Führung des ABC (Atomare/Biologische/Chemische Abwehr)-Zuges und Gefahrgut, kommt bei mir keine Langeweile auf“, schmunzelt Budde, der für den Bergedorfer Bürgerpreis nominiert ist.
1200 Schüler sind bei ihm in der Kreisfeuerwehrzentrale Nütschau bereits „in eine harte, aber auch aufregende Schule“ gegangen. Den Spitznamen „Atom-Rolf“ hat sich der Glinder durch seinen besonderen Spleen „verdient“. Budde: „Ich liebe physikalische und chemische Experimente, Pyrotechnik, bei der es ordentlich kracht – mag meine Schüler in Nütschau gerne mal erschrecken. Wenn die mich nicht sehen können, führe ich meistens etwas im Schilde, denn oft gibt es dann gleich eine Explosion. Wenn sie mich allerdings auf der Bildfläche entdecken, fühlen sie sich sicher. Spaß muss sein!“ Frauen in der Feuerwehr hält er für eine „echte Bereicherung“. Die seien oft umsichtiger und praktischer veranlagt als Männer, handelten effizienter.
Budde fungierte zudem zehn Jahre als Strahlenschutzbeauftragter für den Kreis Stormarn, ist jetzt noch als Gruppenführer der Reserveabteilung bei der FF Glinde tätig, renovierte auch das Feuerhaus mit. Und es geht noch weiter: Als ehrenamtlicher Richter rund ums Bau-und Planungsrecht beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig hat Rolf Budde ein Beratungsrecht in Verhandlungen – seine Meinung zählt mit, wenn die Berufsrichter nach Lösungen suchen. Ein Herz hat Budde auch für bedürftige und behinderte Menschen: Aktiv wirkt er als Lebensmittelfahrer bei der Glinder Tafel mit, singt und musiziert in der selbst gegründeten Rentnerband „Best Agers“, die für gehandicapte Kinder und soziale Zwecke spielt. Repertoire: Songs aus den 1950er und 1980er- Jahren. Üben: Jede Woche.
Ehrenamt kann im Fall Budde auch anstrengend sein, aber das würde er nie zugeben. Stattdessen erholt sich der Opa von zwei Enkeln zuhause am Keyboard, wo er als Autodidakt immer neue Stücke „ausgräbt“ und probt, wenn er nicht gerade in seiner knapp bemessenen Freizeit bei seinen Enkeln in Kirchwerder mit dem Feuerwehrauto auftaucht, fotografiert oder malt. „Etwas mit eigenen Händen und Kopf gestalten ist genau mein Ding. Ich bin ein kreativer Typ und wenn andere Menschen sich darüber freuen, ich etwas Gutes tun kann – umso besser! Ich gebe das, was ich weiß.“
Ohne seine Frau Ragna, die ihn in Allem unterstützt, hätte er nicht die Ruhe, sagt er selbst. Rolf Budde: „Sie macht mich stabil“.
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