Oldtimer

Löschfahrzeug „Oma Glinde“ wird jetzt aufgepeppt

Jörg Oertel, stellvertretender Feuerwehrchef, steht neben „Oma Glinde“, einem Tanklöschfahrzeug von 1960.

Foto: Undine Gerullis / BGZ

Jörg Oertel, stellvertretender Feuerwehrchef, steht neben „Oma Glinde“, einem Tanklöschfahrzeug von 1960.

Glinde. Ein Tanklöschfahrzeug von 1960 liegt der Feuerwehr Glinde am Herzen. Jetzt wird der Oldie mit Spendengeldern weiter restauriert.

Glinde.  . Sie wird von allen liebevoll „Oma Glinde“ genannt. Und eins steht fest: Die Dame ist noch ganz schön rüstig für ihr Alter. Kein Wunder, wird Oma Glinde – ein altes Tanklöschfahrzeug von 1960 – von den Kameraden der Feuerwehr Glinde doch seit Jahren liebevoll betreut, gehegt und gepflegt. Ein Feuerwehrfahrzeug darf sich nach rund 20 Jahren in den Ruhestand verabschieden. Oma Glinde war stolze 19 Jahre im Einsatz.

Derzeit schraubt Feuerwehrmann und Kfz-Meister Jörg Weidemann an der Pumpe des Oldies und bald werden auch noch die roten Türen aufgepeppt.

Geschäftsleute spenden Geld für Restaurierung

Möglich macht dies der Förderverein der Feuerwehr. Die Geschäftsleute des Ladencenters „Glinder Berg“ hatten diesem jüngst 556 Euro überreicht und damit Herz für „ihre“ Wehr gezeigt. Das Geld war bei einem Adventsbasar in der Ladenzeile zusammengekommen. Marcel Herbst, selbst Feuerwehrmann und Sohn der Glinder Geschäftsleute Sigrid und Michael Herbst, hatte kurzerhand einen Feuerlöscher zu einem Spendenlöscher umfunktioniert und fleißig gesammelt.

Das Geld überreichten Sigrid Herbst (Fahrzeughaus), Michael Herbst (Lotto Tabak Krohn), Peter Nilsson (Mecklenburgische Versicherung) und Kathrin Sievers (Pflegedienst) sowie Anke Jelic (Maschenart) persönlich den Kameraden der Wehr. Sie erfuhren dabei auch, dass die Glinder Wehr jährlich rund 240 Mal zu Hilfe gerufen wird – Brände löschen, Menschen und Tiere retten, verunglückte Fahrzeuge bergen, die Unwelt schützen – die Feuerwehrleute sind Allrounder.

Omas größter Einsatz: Eine brennende Riesen-Scheune

Die Löschfahrzeuge, mit denen die Wehr heute unterwegs ist, haben rund 250 bis 300 PS, weiß Uwe Krause, seit 55 Jahren Feuerwehrmann. Er weiß jedoch auch noch, wie es sich anfühlt, mit 132 PS zu Hilfe zu eilen, denn mehr hat Oma Glinde nicht. Bei ihrer letzten Fahrt saß Krause im Wagen – 1979 war ein Pkw auf der K80 schwer verunglückt. Eine brennende Feldscheune in Glindes Ortsmitte war der wohl größte Einsatz, den das Tanklöschfahrzeug miterlebt hat. „Da war alles auf den Beinen, was löschen konnte“, sagt Krause.

Jörg Weidemann hat ein Ziel: „Oma Glinde soll fahren können – und wenn es nur zum nächsten Oldtimertreffen ist.“