Brandstiftungen
Feuerteufel steckt 17 Altpapiercontainer in Brand
Dienstag, 8. Mai 2012 13:17
Glinde. Einme Serie von Kleinfeuern hat in der Nacht zum Dienstag die Feuerwehr in Glinde in Atem gehalten. In den frühen Morgenstunden brannten im gesamten Stadtgebiet nacheinander 17 Papiercontainer. Es gelang nicht, den Feuerteufel zu erwischen.

Foto: Leimig
Kleine Feuer, großer Alarm: Die Glinder Feuerwehrleute waren am frühen Morgen pausenlos im Einsatz.
Wie in einem schlechten Film müssen sich die 14 Feuerwehrleute vorgekommen
sein: Im Minutentakt brannten gestern in den frühen Morgenstunden im
gesamten Stadtgebiet 17 Papiercontainer und -tonnen.
Um 2.45 Uhr geht zum ersten Mal der Pieper: Ein Container an der Dorfstraße
steht in Flammen. Kurz nachdem der Brand gelöscht ist, rasen die
Freiwilligen mit zwei Löschfahrzeugen zu einem brennenden Papiercontainer an
den Sandweg. Die hochschlagenden Flammen beschädigen einen daneben parkenden
Mercedes leicht im Frontbereich. Der Schaden wird auf 600 Euro geschätzt.
Dann geht erneut der Alarm: Am Ahornweg und am Holstenkamp steht jeweils ein
Container in Flammen, wenig später brennen sieben weitere am Kuno-Hanke-Weg
sowie zwei Tonnen am Oher Weg.
Zeit zum Durchatmen haben die Feuerwehrleute nicht: Um 4.50 Uhr schlagen
meterhohe Flammen aus zwei Tonnen am Rödenbrooksweg. Kurz nach fünf Uhr
rasen die Freiwilligen in den Kupfermühlenweg, um einen brennenden
Altpapiercontainer zu löschen. Der stand nur einen Meter von der Kupfermühle
entfernt. Das böse Spiel endet im Stettiner Weg, wo die Feuerwehr um 5.25
Uhr die 17. und letzte Tonne löscht.
„Wir gehen von Brandstiftung aus“, sagt Feuerwehrchef Michael Weidemann.
Besonders perfide: „Bei den Einsätzen fuhren wir an Tonnen vorbei, die wenig
später in Flammen standen.“ Wie die Feuer entzündet wurde, ist noch unklar.
„Es reicht aber schon, eine brennende Zigarette hineinzuwerfen“, so
Weidemann. Dass Container in Brand gesteckt werden, komme immer mal wieder
vor. „Ungewöhnlich ist nur die große Zahl und die Tatzeit.“ Polizei-Chef
Eggert Werk vermutet hinter den Bränden einen Einzeltäter, der
wahrscheinlich zu Fuß unterwegs war. „So konnte er sich besser verstecken
als mit einem Auto.“ Hinweise gibt es bislang nicht. „Aber wir werden jetzt
verstärkt Streife fahren“, sagt Werk.
Polizei und Feuerwehr gehen davon aus, dass weitere Taten folgen. Schon in der
Nacht zu Montag hatten Unbekannte in Barsbüttel und Oststeinbek jeweils ein
Wahlplakat in Brand gesteckt. Werk vermutet hinter den Taten Langeweile. Die
allerdings ist sehr kostspielig: Allein der Schaden der verbrannten
Mülltonnen wird auf 1500 Euro geschätzt.
Peter Kind, ehemaliger Feuerwehrchef, fühlt sich stark an eine Brandserie
erinnert, die die Stadt vor Jahren monatelang in Atem hielt: Immer wieder
wurde die Wehr zu Einsätzen gerufen, um in Brand gesetzte Keller zu löschen.
Der Täter wurde auf frischer Tat ertappt, als er dabei war, ein Feuer am
Markt zu legen.
Anmerkung der Redaktion: Wegen der zahlreichen Kommentare mit beleidigendem
Inhalt haben wir zu diesem Artikel die Kommentarfunktion abgeschaltet.unb

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