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Seitenscheitel, Hitlerbärtchen und Marschmusik

Glinde. Um den Kunden die Glinder bei ihrem Protest gegen Rechts zu unterstützen, kam am Mittwoch "Storch Heinar" aus Rostock an den Glinder Berg. Die Figur ist eine Satire auf die Bekleidungsmarke "Thor Steinar", welche die Jusos in Mecklenburg-Vorpommern im Kampf gegen rechte Parteien erfunden haben.
Vor dem rechten Modeshop protestierten gestern auch Storch Heinar und seine Freunde "Verstärker Volker" alias Robert Patejdl (li.) und "Megafon Manfred" alias Julian Barlen.
Foto: Brandt
Vor dem rechten Modeshop protestierten gestern auch Storch Heinar und seine Freunde "Verstärker Volker" alias Robert Patejdl (li.) und "Megafon Manfred" alias Julian Barlen.
Der missratene Storch ist mit Stahlhelm, Scheitel und Hitlerbart ausgestattet und seine Leib- und Magenspeise ist neben Eierlikör „Thor Steinar“. Deshalb musste er auch nicht lange überlegen, als ihn der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen) zur 134. Mahnwache nach Glinde einlud. Während von Notz über die Professionalität der Protestierenden staunte – Fußmatten gegen die Kälte von unten, Heizpilz gegen die von oben – stimmten Storch Heinar und seine Begleiter „Verstärker Volker“ im Unteroffizierskostüm und „Megafon Manfred“ in Kaiser-Wilhelm-Uniform „Schwarz-Braun ist die Haselnuss“ an. „Zackige Musik mag der Storch Heinar gern“, sagt Megafon Manfred, der im wahren Leben Julian Barlen heißt und als SPD-Abgeordneter im Schweriner Landtag sitzt. Festgehalten ist die Musik auf Storch Heinars „Starkraft Album“. Das wird als Pendant der Köder-CDs der Nazis auch auf Schulhöfen verteilt.
Und weil der Storch mittlerweile so beliebt ist, gibt es mit ihm als Aufdruck sogar schon T-Shirts, Pullis und Regenschirme. Die Marke Thor Steinar hatte Angst, dass sie mit Storch Heinar verwechselt werden könnte und reichte Klage gegen einen der Heinar-Erfinder, MV-Bildungsminister Mathias Brodkorb, ein. Die wies das Landgericht Nürnberg-Fürth im August 2010 mit der Begründung ab, dass keine Verwechslungsgefahr bestehe.
Barlen freut es besonders, dass der Storch durch diesen Gerichtsprozess international bekannt wurde und es sogar schon in die New York Times geschafft hat. 44.000 Fans weltweit erfahren täglich auf seiner Facebook-Seite, was der modebewusste Storch so erlebt. Einige davon dürften auch seine Biografie „Mein Krampf“ gelesen haben. Darin erzählt der Storch 18 Episoden aus seinem Leben - unter anderem vom Schlüpfen aus dem braunen Ei und seiner verkorksten Kindheit.
14 Kommentare
Chris meint:
Ich wollte hier keine Anschauung zum Islam mitteilen sondern nur aufzeigen, dass man konsequent gegen alle verbrecherischen Anschauungen (Ideologie finde ich passender) vorgehen sollte, wenn man fair bleiben möchte. Die Scharia ist menschenverachtend. Dass Frauen in voller Verhüllung ein paar Schritte hinter dem Mann und seinen anderen (bis zu) drei Frauen laufen müssen, gehört dort einfach traditionell dazu. Dass manche Aussteiger den Tod fürchten müssen auch. Das alles ist Realität auf unserer Erde. Und es nimmt auch in Europa zu. Gerade in Großstadtnähe kann das niemand wegdiskutieren.
Die Rechten sind überhaupt nicht schlechter, nur oft frei von Religion. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man eine unmenschliche Weltanschauung mit Kleidung auf der einen Seite abstoßend und bekämpfenswert bewertet, aber auf der anderen Seite Symbole anderer potentiell gefährtlicher Weltanschauungen (Kopftuch, Burka usw) toleriert.
Das nenne ich auch weiterhin inkonsequent und befremdlich.
Ich bleibe dabei - entweder sind wir geschlossen gegen all diese unmenschlichen Lebensweisen oder wir tolerieren sie eben alle. Ein Protest gegen Bekleidungsgeschäfte allein bleibt für mich lächerlich und dumm. Da hilft es auch nicht, wenn man sich gut fühlt, weil man die neuen deutschen Nazis gemeinschaftlich verabscheut und ihnen damit eins auswischen will. Die anderen Faschisten breiten sich davon nicht weniger aus.
Um den Relfex ggf. gleich zu entkräften: Für mich sind religiöse Moslems nicht gleich alles Faschisten. Aber es fällt schon auf, wie man in muslimisch regierten Länder frei gegen die Juden hetzen kann. Und nach allem was man so hört, sollen die Salafisten hier in Deutschland auch nicht besonders tolerant gegenüber unserer Lebensweise sein. Und wenn man - ob das nun religiös motiviert war oder nicht - sich die jüngsten Ereignisse um Scherer8 anschaut, sehe ich die Gefahr nicht ausschließlich vom klassischen Rechts-Pöbel.
gegen rechts meint:
Schade, Chris; bisher habe ich deine Kommentare meistens geschätzt. Hier bist du aber nun mal voll auf dem falschen Dampfer.
Es geht nicht um "ausgrenzende Ideologien", sondern um eine verbrecherische Weltanschauung, die sich hinter dem Tarnmantel "Bekleidungshandel" versteckt. Deine Einschätzung zum Islam teile ich übrigens uneingeschränkt und erweitere sie für mich auf alle Religionen.
Chris meint:
Ich finde es unheimlich, dass man gegen Bekleidungsläden demonstriert, wenn die potentiellen Käufer der sogenannten rechten Szene zuzuordnen sind. Wenn aber ebenso ausgrenzende Ideologien in anderen Ecken ihre Geschäfte machen, muckt keiner rum. In Harburg soll ein Kaufhaus nur für muslimische Geschäftsleute entstehen. Dagegen hat niemand etwas. Das Muslim-Taxi ruft auch keine Proteste hervor. Aber wenn ein paar Rechte ihre Kleidung nicht nur online kaufen wollen, macht man Theater als stünde der Holocaust erneut bevor! Einfach lächerlich und traurig! Wir leben hier alle auf dem gleichen Planeten und sollten entweder konsequent gegen alle menschenverachtende Ideologien vorgehen oder den Ball flach halten und weiterhin nur wirkliche Straftaten verfolgen..

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