Auflösung
Der Bürgerverein ist Geschichte
Mittwoch, 1. Februar 2012 18:52
Havighorst. Kinderbasteln oder -disco, der Herbstball, das Kartoffelfeuer oder das gemeinsame Weihnachtsbaumschmücken im Zentrum – all das wird es in der Ortsgemeinschaft so nicht mehr geben. Denn der Bürgerverein Havighorst ist Geschichte . Bei der Mitgliederversammlung ist es nicht gelungen, einen neuen Vorstand zu finden.

Foto: Tamm
Der Vorstand – Heike Viol, Marion Schwarzkopf, Mirsada Schwarzenbeck und Julia Bosse – saß am Dienstag wieder einmal vor vielen leeren Stühlen.
„Ich bin sehr traurig“, erklärte Gründungsmitglied Albrecht Goerth. „Der
Verein war wichtig für die farbige Vielfalt unseres Ortes. Wir wollten
damals vor 29 Jahren dafür sorgen, dass unsere Kinder sicher in die Kita und
in die Schule kommen. Daraus hat sich dann alles entwickelt.“
Wie berichtet, hatten die Vorsitzende Mirsada Schwarzenbeck, ihre
Stellvertreterin Heike Viol und Schriftführerin Marion Schwarzkopf
angekündigt, dass sie nicht mehr kandidieren wollten. Nach vielen Jahren
sollten andere ran. Doch zur Hauptversammlung erschienen nur 15 von mehr als
70 Mitgliedern . „Wir haben hier auch schon nur mit vier Leuten gesessen“,
sagte Schwarzenbeck frustriert. Keiner war bereit, sich zur Wahl zu stellen.
Dabei sind die Veranstaltungen gut besucht, wie Schwarzenbeck berichtete:
2011 insgesamt 80 bis 100 Kinder bei der Disco, Grünkohlessen mit 79 Gästen,
der Herbstball ausgebucht, Trubel beim Kinderfest.
Schon ein halbes Jahr hatte der Vorstand um Nachfolger geworben, potenzielle
Kandidaten angesprochen – ohne Erfolg. Enttäuscht sagte Kassenwartin Julia
Bosse: „Ich fürchte, wir müssen uns nach 29 Jahren Bürgerverein damit
abfinden.“ Schriftführerin Marion Schwarzkopf bestätigte: „Unsere Aktionen
werden gut angenommen, aber keiner ist bereit, etwas dafür zu tun.“
Bürgervorsteher Hendrik Maier startete als Gast noch einen Rettungsversuch:
„Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die Auflösung oder durch einen Antrag
beim Amtsgericht einen Notvorstand einsetzen lasssen. Das wäre eine
Übergangslösung - bis ein neuer Vorstand gefunden ist.“ Doch die Versammlung
entschied anders. Elf stimmten für die Auflösung, vier Mitglieder enthielten
sich. Das Vereinsvermögen – etwa 3660 Euro plus Inventar – geht zur Hälfte
an die Kinderkrebshilfe und an das Kinderhospiz Sternenbrücke.
Nur die Senioren können sich freuen: Für die Kaffeenachmittage und Ausfahrten
hat Organisatorin Brigitte Voß eine Lösung gefunden: Als VHS-Leiterin will
sie die Aktivitäten unter dem VHS-Dach weiterlaufen lassen. Das geplante
Grünkohlessen am 28. Februar wird die letzte Aktion des Bürgervereins sein.

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victor meint: