01.02.12

Auflösung

Der Bürgerverein ist Geschichte

Havighorst. Kinderbasteln oder -disco, der Herbstball, das Kartoffelfeuer oder das gemeinsame Weihnachtsbaumschmücken im Zentrum – all das wird es in der Ortsgemeinschaft so nicht mehr geben. Denn der Bürgerverein Havighorst ist Geschichte . Bei der Mitgliederversammlung ist es nicht gelungen, einen neuen Vorstand zu finden.

Bürgerverein Havighorst
Foto: Tamm Der Vorstand – Heike Viol, Marion Schwarzkopf, Mirsada Schwarzenbeck und Julia Bosse – saß am Dienstag wieder einmal vor vielen leeren Stühlen.

"Ich bin sehr traurig", erklärte Gründungsmitglied Albrecht Goerth. "Der Verein war wichtig für die farbige Vielfalt unseres Ortes. Wir wollten damals vor 29 Jahren dafür sorgen, dass unsere Kinder sicher in die Kita und in die Schule kommen. Daraus hat sich dann alles entwickelt."

Wie berichtet, hatten die Vorsitzende Mirsada Schwarzenbeck, ihre Stellvertreterin Heike Viol und Schriftführerin Marion Schwarzkopf angekündigt, dass sie nicht mehr kandidieren wollten. Nach vielen Jahren sollten andere ran. Doch zur Hauptversammlung erschienen nur 15 von mehr als 70 Mitgliedern . "Wir haben hier auch schon nur mit vier Leuten gesessen", sagte Schwarzenbeck frustriert. Keiner war bereit, sich zur Wahl zu stellen. Dabei sind die Veranstaltungen gut besucht, wie Schwarzenbeck berichtete: 2011 insgesamt 80 bis 100 Kinder bei der Disco, Grünkohlessen mit 79 Gästen, der Herbstball ausgebucht, Trubel beim Kinderfest.

Schon ein halbes Jahr hatte der Vorstand um Nachfolger geworben, potenzielle Kandidaten angesprochen – ohne Erfolg. Enttäuscht sagte Kassenwartin Julia Bosse: "Ich fürchte, wir müssen uns nach 29 Jahren Bürgerverein damit abfinden." Schriftführerin Marion Schwarzkopf bestätigte: "Unsere Aktionen werden gut angenommen, aber keiner ist bereit, etwas dafür zu tun."

Bürgervorsteher Hendrik Maier startete als Gast noch einen Rettungsversuch: "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die Auflösung oder durch einen Antrag beim Amtsgericht einen Notvorstand einsetzen lasssen. Das wäre eine Übergangslösung - bis ein neuer Vorstand gefunden ist." Doch die Versammlung entschied anders. Elf stimmten für die Auflösung, vier Mitglieder enthielten sich. Das Vereinsvermögen – etwa 3660 Euro plus Inventar – geht zur Hälfte an die Kinderkrebshilfe und an das Kinderhospiz Sternenbrücke.

Nur die Senioren können sich freuen: Für die Kaffeenachmittage und Ausfahrten hat Organisatorin Brigitte Voß eine Lösung gefunden: Als VHS-Leiterin will sie die Aktivitäten unter dem VHS-Dach weiterlaufen lassen. Das geplante Grünkohlessen am 28. Februar wird die letzte Aktion des Bürgervereins sein.

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