Bilanz
64 Menschenleben gerettet - Feuerwehr managt 195 Einsätze
Montag, 30. Januar 2012 18:30
Glinde. 2011 war ein ereignisreiches Jahr für die Freiwillige Feuerwehr: 195 mal rückten die Helfer zu Einsätzen aus. Dabei waren zum Großteil technische Hilfeleistungen nötig. Die Zahl der Fehlalarme hat im vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen.

Foto: Leimig
Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr begleiten eine ältere Dame aus einem Mietshaus. Sie war eine von zwölf Bewohnern, die im Juli wegen Gasgeruchs in Sicherheit gebracht wurden.
So ruhig wie 2010 verlief das vergangene Jahr für die Retter der Freiwilligen Feuerwehr nicht. Sie rückten nicht nur zu Bränden und Autounfällen aus, sondern legten auch auf dem Feuerwehr-Gelände Hand an, um beim Neu- und Umbau des Gerätehauses mitzuhelfen. Sie fällten Bäume, bauten Grillplatz und Unterstand ab und waren bei der wöchentlichen Baubesprechung dabei.
Für die Gerätehauserweiterung hatten die Helfer im August den Grundstein gelegt. Die Erweiterung war bitter nötig. Denn das Gebäude ist so klein, dass in den letzten zwölf Monaten immer wieder Einsatzfahrzeuge zu Schaden gekommen sind, weil sie beim Ausparken aneckten.
Insgesamt musste es im vergangenen Jahr 195 Mal schnell gehen. So viele Einsätze hatten die Kameraden 2011. Der Großteil machten technische Hilfeleistungen aus: 52 Unfälle, aus denen die Retter oftmals eingeklemmte Insassen aus verunglückten Autos holten. Für drei Menschen kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Brandeinsätze mit Todesopfern blieben den Feuerwehrleuten zum Glück erspart. Bei einem Gasalarm in einem Mietshaus an der Möllner Landstraße evakuierten sie im Juli alle zwölf Bewohner. In dem Haus gab es Verdacht auf Gasgeruch. Ein scharfes Reinigungsmittel hatte bei den Bewohnern Atemwegsreizungen ausgelöst. Wenige Wochen später brachte die Feuerwehr innerhalb weniger Minuten 30 Menschen in Sicherheit, die an der Straße Am Berge wohnen, weil Bauarbeiter bei Erdarbeiten eine Gasleitung beschädigt hatten.
Zugenommen hat die Zahl der Fehlalarme, 49 Mal rückten die Kameraden umsonst aus. Vor allem private Rauchmelder haben technische Defekte, meint Feuerwehr-Sprecher Tom Reher. „Aber bei allen Ärgernissen sollte man nicht vergessen, wie viel Leben durch diese privaten Rauchmelder schon gerettet wurden.“ Ärgerlich dagegen sind 2011 die automatischen Brandmeldeanlagen in Firmen und öffentlichen Gebäuden gewesen. Im Mühlencenter mussten die Freiwilligen wegen technischer Defekte gleich mehrmals und umsonst anrücken. Insgesamt legten sie in den Einsatzfahrzeugen mehr als 30.000 Kilometer zurück.
Die Freiwillige Feuerwehr Glinde hat 110 Mitglieder. Davon sind 78 aktiv, darunter acht Frauen. Es gibt 13 Ehrenmitglieder. In der Jugendabteilung werden 16 Jungen und drei Mädchen ausgebildet.aha
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